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Montag, Mai 23, 2022

Die zweite Staffel von “Einfach Liebe” im Ersten

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Berlin (dpa) – Im Herbst 2021 erzählte die schwedische Autorin, Regisseurin und Schauspielerin Josephine Bornebusch in der Miniserie “Einfach Liebe” über moderne Familien.

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Jetzt geht es weiter mit den kleinen Dramen aus Stockholm. Die zweite Staffel “Einfach Liebe – Kinder und andere Probleme” ist in sechs Episoden am Stück zu sehen, sie läuft an diesem Freitag erneut zu später Stunde ab 23.55 Uhr im Ersten. Wer noch aufholen will: Auch die erste Staffel “Onlinedates und Neuanfänge” steht in der Mediathek zur Ansicht bereit.

Die Handlung setzt ein knappes Jahr später ein, jetzt ist es Herbst. Vater Sten (Johan Ulveson) wird – nach dem Tod seiner Ehefrau – das gemeinsame Haus verkaufen und will mit seiner neuen Partnerin, der lebensfrohen Anita (Görel Crona), in deren Haus am Stadtrand ziehen.

Schon beim Reparieren des Gartentores rammt Sten sich einen großen Nagel in die Hand, während Anita immer wieder mit einem Unbekannten telefoniert und sich schließlich mit ihm verabredet. Sten spioniert ihr nach, er entdeckt alsbald die Hintergründe und ein Geheimnis.

Derweil hat sein Sohn Aron (Gustav Lindh) das Erbe schnell durchgebracht und braucht nun schon wieder Geld. Er will mit seiner neuen Freundin Jenny (Sofia Karemyr) in eine ziemlich teure Wohnung umziehen. Die Erziehung seiner Tochter teilt er sich mit Ex-Freundin Elsa (Dilan Gwyn). Seine ältere Schwester Clara (Josephine Bornebusch) ist nun bald 40. Sie arbeitet weiterhin als Oberärztin. Und sie möchte zu gern endlich schwanger werden von Peter (Sverrir Gudnason), ihrem früheren Nachbarn, mit dem sie jetzt zusammenlebt. Doch dessen Arzt stellt fest, dass Peter unfruchtbar ist – obwohl er aus einer früheren Beziehung einen bald erwachsenen Sohn hat.

Das alles wirft natürlich Fragen auf; die Stimmung der Familienmitglieder schwanken oft zwischen himmelhoch jauchzend und zutiefst betrübt. Ihre Geschichten gehen noch tiefer und geben oft Anlass zur Sorge. Es geht jetzt wirklich ans Eingemachte, also um Verlustängste, Existenzsorgen, Vertrauensverlust und überzogene Ansprüche. Zu sehen sind wieder ganz normale Szenen aus dem jeweiligen Alltag, diesmal weniger banal und dafür mehr berührend.

Hauptdarstellerin Josephine Bornebusch (40, “Welcome to Sweden”) hat erneut das Drehbuch geschrieben und Regie geführt. Das ist ihr beides auch jetzt hervorragend gelungen. In der Rolle der anfangs spröden, nun zunehmend emphatischeren Clara vermag sie rundum zu überzeugen. +

Alle Charaktere sind fein gezeichnet und sehr natürlich dargestellt. Das gilt vor allem für Johan Ulveson (67) als Witwer, der regelrecht auflebt und nun nicht mehr mit seiner verstorbenen Frau spricht – das macht jetzt vielmehr Gustav Lindh (26) als Aron. Seine Figur hat hier am meisten um Anerkennung zu kämpfen, um die seiner Freundin und um die im Job. Alle Protagonisten reden weiterhin ziemlich viel, am besten sind gerade die wenigen Szenen, wo sie alle zusammensitzen.

Somit kommen die wirklich stillen Momente etwas kurz. Die zweite Staffel der auch jetzt unterhaltsamen schwedischen Serie (Originaltitel “Älska Mig”, “Liebe mich”) mag also nicht durchgängig so überzeugend erscheinen wie die erste, aber sie zeigt erneut, wie sich eine Familie durch das Leben liebt, kämpft und streitet. Die Geschichten vom alltäglichen Wahnsinn bieten genügend Stoff für eine mögliche dritte Staffel. Frau Bornebusch, übernehmen Sie!

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