“Deutlicher können Seele und Körper nicht nach Hilfe schreien”

Muriel Baumeister war alkoholabhängig. Sie hat vor vier Jahren einen Entzug gemacht und bezeichnet sich heute als “nüchterne Alkoholikerin”. Der Kampf gegen die Sucht zieht sich weiter.  

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Mit ihrer einstigen Alkoholsucht geht Muriel Baumeister schon länger offen um. Vor vier Jahren machte die Schauspielerin eine Suchttherapie und ist seitdem trocken. Was genau sie dazu bewogen hat, sich in die geschlossene Psychiatrie der Berliner Charité für einen Entzug einzuweisen, berichtet sie nun in einem Interview.

Den Schritt zu gehen und eine Therapie zu beginnen, dazu hätten sie ihre Panikattacken gebracht, wie die heute 50-Jährige im Gespräch mit der “Apotheken Umschau” berichtet. Der Alkoholkonsum habe diese ausgelöst: “Deutlicher können eine Seele und ein Körper nicht nach Hilfe schreien”, so Baumeister. Zehn Tage nachdem sie die Klinik betraten hatte, war sie nüchtern. Genau das ist die dreifache Mutter auch heute noch – eine “nüchterne Alkoholikerin”, wie sie selbst sagt.

“Das ist die Antwort immer und auf alles mit Alkohol”

Denn der Kampf geht auch nach dem erfolgreichen Entzug weiter, kritische Phasen bleiben nicht aus. “Es gibt immer wieder Momente, in denen ich denke, es bräuchte jetzt wirklich nicht viel, um zu trinken”, berichtet Baumeister. Die Sorge und die Achtsamkeit, auf diese Momente zu achten seien “wahnsinnig anstrengend”. Doch sie trinke in solchen Situationen einfach nichts. “Oder wie die Anonymen Alkoholiker sagen: Heute nicht. Das ist die Antwort immer und auf alles mit Alkohol.”

2019 wurde Baumeisters Buch “Hinfallen ist keine Schande, nur Liegenbleiben” veröffentlicht. Es zu schreiben und von ihrem Schicksal zu berichten, sei ihr ein Bedürfnis gewesen: “Mir war es wichtig, mich aufzustellen, mich zu positionieren.” 

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