Das passt: Cowboy Junkies und Coversongs

Berlin (dpa) – Ein weiteres Album mit Coverversionen? Hatte da wieder mal jemand im Corona-Lockdown zu viel Zeit und zu wenig Ideen?

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Dieses Misstrauen trifft manche Musiker zu Recht, die in der Pandemie-Zeit Einspielungen von Fremdmaterial auf den Markt werfen. Aber gewiss nicht die Cowboy Junkies und ihre neuen “Songs Of The Recollection”.

Berühmt durch Coversongs

Denn das kanadische Quartett – Margo Timmins (Gesang), ihre Brüder Michael (Gitarre) und Peter Timmins (Schlagzeug) sowie Alan Anton (Bass, Keyboards) – ist durch seine fantastischen Cover vor gut 30 Jahren erst so richtig berühmt geworden. Die Aneignung fremder Lieder, deren Überführung in den eigenen, entschleunigten Folkrock-Kosmos gilt seither als Markenzeichen der 1985 gegründeten Cowboy Junkies.

Vor allem “Sweet Jane” (ursprünglich von Lou Reed) und “I’m So Lonesome I Could Cry” (Hank Williams) wurden seit ihrer Präsentation auf dem heute längst legendären Quasi-Live-Album “The Trinity Sessions” (1989) zu Kritiker- und Fan-Favoriten.

Feedback und Ukulele

Die neuen Versionen von neun Originalen mit großer Bandbreite – zu Beginn David Bowies “Five Years”, später Stücke von Neil Young, Gram Parsons, Bob Dylan, den Rolling Stones und The Cure – sind also über jeden Zweifel erhaben. Die prächtige Folk-Stimme von Margo Timmins schwebt über den teilweise mit mächtigen Feedbacks aufgerauten Melodien – dass Michael Timmins ein Weltklasse-Gitarrist ist, beweist er hier nicht zum ersten Mal. Aber auch die zarte, von einer zirpenden Ukulele geprägte aktuelle Dylan-Ballade “I’ve Made Up My Mind To Give Myself To You” gelingt fabelhaft.

“Lange bevor wir als Musiker aktiv wurden, waren wir Musikfans. Wir sind damit aufgewachsen, um den Plattenspieler herumzusitzen, uns durch die Plattensammlungen der anderen zu hören”, sagt Michael Timmins. “Das war die Leidenschaft, die wir teilten. Deshalb sind uns Cover von Songs, die uns als Fans und Künstler beeinflussten, so wichtig.”

Und er fügt hinzu: “Unser Ziel war es immer, Musik zu machen, die den Hörer so ergreift, wie uns die Musik der Künstler ergriffen hat, die wir verehren.” Diese Dringlichkeit bemerkt man auf dem neuen Album der Cowboy Junkies in jeder Sekunde.

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