
Ungewöhnliches Gericht in Bayern
Hat es geschmeckt? Uni-Mensa serviert Känguru-Fleisch
09.02.2026 – 02:03 UhrLesedauer: 2 Min.
Lecker oder gewöhnungsbedürftig? Das Känguru-Chili in einer Uni-Mensa spaltet die Meinungen – und bringt sogar einen Buchautor ins Gespräch.
In einer Uni-Mensa im bayerischen Erlangen hat ein exotisches Gericht Aufsehen erregt: Chili mit Känguru-Fleisch. Wie der „Münchner Merkur“ berichtete, wurde das Essen unlängst in der Mensa am Langemarckplatz mit Basmati-Reis serviert. „Auch wenn ein paar Gäste vor Ort sicherheitshalber nachgefragt haben, ob es sich tatsächlich um Känguru-Fleisch handelt, kam das Gericht insgesamt sehr gut an“, hieß es aus der Kommunikationsabteilung der Friedrich-Alexander-Universität.
„Die geplanten ca. 400 Portionen wurden verkauft und wir haben viel positives Feedback bekommen“, wird die Universität in der Zeitung weiter zitiert. Ein Nutzer auf der sozialen Plattform Reddit postete einen Auszug der Speisekarte unter der Überschrift „Wenn die Mensa wieder eine experimentelle Phase hat“.
Nutzer sinnierten darunter über den Geschmack. „Kann Känguru sehr empfehlen, schmeckt sehr gut“, schrieb jemand. Gleich darunter die gegenteilige Meinung: „Känguru-Fleisch schmeckt ekelhaft.“ Eine andere Person bezog sich auf den Autor, der in seinen „Känguru-Chroniken“ über seinen Alltag mit einem frechen Känguru schreibt, das alles kommentiert: „Marc-Uwe Kling, ich trauere mit dir.“
In Australien, dort, wo die Kängurus herkommen, ist das Fleisch der Tiere längst auf Speisekarten in Pubs oder Restaurants sowie in Supermärkten zu finden. Känguru-Fleisch gilt oft als vergleichsweise nachhaltig, weil Kängurus als Wildtiere ohne Stallhaltung und zusätzliches Futter auf natürlichen Weiden leben und als Nicht-Wiederkäuer deutlich weniger Methan verursachen als Rinder oder Schafe.
Kängurus darf man jedoch nicht einfach „frei“ jagen: Sie gelten als geschützte Wildtiere. Für die kommerzielle Entnahme gelten zusätzlich staatliche Managementpläne und ein nationaler Tierschutzstandard – Jäger brauchen Lizensen und Genehmigungen. Für die First Nations Peoples, die Ureinwohner Australiens, ist Känguru seit sehr langer Zeit Teil von Ernährung und Kultur. Australische Gesetze kennen heute teils Ausnahmen und Schutzmechanismen für traditionelle Jagd- und Sammelpraktiken.
Für den besten Geschmack lohnt es sich, Känguru wie sehr mageres Wild zu behandeln: kurz und heiß anbraten oder grillen, dann ein paar Minuten ruhen lassen, damit es saftig bleibt. Weil es so fettarm ist, funktionieren Marinaden oder eine Soße als Begleiter gut. Bei ganzen Stücken sollte man es lieber etwas rosa lassen – Hackfleisch dagegen sollte aus Lebensmittelsicherheitsgründen immer gut durchgegart werden.