Spartipp

Inspektion zu teuer? Dieser ungewöhnliche Weg spart Geld


10.09.2026 – 17:44 UhrLesedauer: 5 Min.

Autoinspektion in der Werkstatt (Symbolbild): Sie ist inzwischen oft eine teure Angelegenheit. (Quelle: IMAGO/Wolfgang Maria Weber/imago)

Die Werkstattkosten steigen immer weiter. Doch ausgerechnet ein verdeckter Test kann die Rechnung deutlich drücken. Es gibt jedoch Bedingungen.

Öl wechseln, Filter prüfen, Flüssigkeiten kontrollieren, Wartungspunkte abhaken: Eine Autoinspektion klingt zunächst nach Routine. Aus den kleinen Prüfpunkten kann sich jedoch schnell ein größerer Rechnungsbetrag ergeben.

Nach Angaben der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) kostete eine Wartung im Jahr 2025 durchschnittlich 542 Euro. Seit 2020 stiegen die Kosten damit um gut ein Viertel. Noch deutlicher fällt die Entwicklung bei den Arbeitskosten aus: Für Mechanik-, Elektrik- und Karosseriearbeiten verlangten Werkstätten 2024 nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) durchschnittlich 202 Euro pro Stunde – acht Prozent mehr als noch im Vorjahr.

Wer bei der nächsten Inspektion sparen will, kann Preise vergleichen, eine günstigere Werkstatt suchen oder bei Ersatzteilen nach Alternativen fragen. Es gibt aber noch einen anderen Weg, der deutlich weniger bekannt ist.

Prüforganisationen suchen ganz normale Autofahrer

Dekra, TÜV Nord, TÜV Rheinland und ADAC führen verdeckte Werkstatttests durch. Dafür benötigen sie keine speziell präparierten Testfahrzeuge, sondern Autos, die tatsächlich im Alltag unterwegs sind und ohnehin zur Wartung müssen.

Die Prüforganisationen suchen deshalb private Testkunden. Allein die Dekra organisiert nach eigenen Angaben jährlich rund 4.000 bis 5.000 solcher Werkstatttests. Auftraggeber sind in der Regel Fahrzeughersteller, die überprüfen wollen, ob ihre Vertragsbetriebe nach den vorgegebenen Standards arbeiten.

Allerdings kann nicht jeder Autofahrer mitmachen. Fahrzeugmarke, Modell, Alter des Autos und anstehende Wartung müssen zu einem aktuellen Test passen. Wer mit seinem Fahrzeug zu einer laufenden Testreihe passt, kann nach der Inspektion einen Teil der Kosten zurückbekommen. Je nach Testreihe sind mindestens rund 200 Euro möglich. Manche Hersteller zahlen einen festen Zuschuss, andere übernehmen einen Teil oder sogar die komplette Wartung.

Zuerst muss das Auto zum Test passen

Interessenten können sich bei den Prüforganisationen registrieren. Bei der Dekra werden etwa Angaben zum Fahrzeug, zum ungefähren Kilometerstand, zum Wohnort beziehungsweise zur Region und zum geplanten Termin der nächsten Inspektion abgefragt. „Die Suche nach geeigneten Testkunden ist wirklich eines der Nadelöhre in dem Geschäft“, sagt Christian Ulrichs, Leiter der Testabteilung bei Dekra.

Beratung in der Werkstatt: Auch dieses Thema fließt in die Bewertungen ein. (Quelle: lyzs/imago)

In der Regel sollte das Auto jünger als zehn Jahre sein und tatsächlich vor einer Inspektion stehen. Passt das Fahrzeug, meldet sich die Prüforganisation beim Halter. Den Termin in der Werkstatt vereinbart der Testkunde anschließend wie ein gewöhnlicher Kunde. Wenn möglich, sollte auch eine Direktannahme dazugehören. Denn bei den Tests wird später nicht nur kontrolliert, ob Mechaniker ihre Arbeit korrekt erledigt haben.

Der Sachverständige baut kleine Fehler ein

Vor dem Werkstatttermin gibt es zunächst noch ein Treffen mit einem Sachverständigen. Dabei wird das Auto zunächst genau kontrolliert. Anschließend präpariert der Sachverständige mehrere Punkte, die bei einer ordnungsgemäßen Wartung auffallen müssten.

Dabei geht es nicht darum, den Betrieb mit besonders versteckten oder ungewöhnlichen Fehlern hereinzulegen. Verändert werden nur Dinge, die laut Wartungsplan ohnehin geprüft werden sollen. Der Sachverständige kann etwa den Reifenluftdruck verändern, das Warndreieck aus dem Fahrzeug nehmen oder einen abgelaufenen Verbandskasten hineinlegen. Weitere typische Testmängel sind ein zu niedriger Kühlmittelstand oder ein beschädigtes Scheibenwischerblatt.

Share.
Die mobile Version verlassen