
Er wurde 70 Jahre alt
Filmregisseur Béla Tarr ist gestorben
Aktualisiert am 06.01.2026 – 17:38 UhrLesedauer: 1 Min.
Mit seinem fast achtstündigen Werk „Satanstango“ schrieb Béla Tarr Filmgeschichte. Jetzt trauert die Filmwelt um den ungarischen Regisseur.
Der ungarische Filmregisseur Béla Tarr ist am Dienstagmorgen, dem 6. Januar 2026, im Alter von 70 Jahren verstorben. Das berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI unter Berufung auf die Familie. Auch die Europäische Filmakademie gab seinen Tod laut „moviepilot“ in einer Pressemitteilung bekannt.
„Mit tiefer Trauer gibt die Europäische Filmakademie bekannt, dass der legendäre ungarische Filmregisseur Béla Tarr heute Morgen nach langer schwerer Krankheit verstorben ist“, heißt es demnach in der Meldung. Und weiter: „Die Europäische Filmakademie trauert um einen herausragenden Regisseur und eine Persönlichkeit mit starker politischer Stimme, der nicht nur von seinen Kollegen hochgeschätzt, sondern auch vom Publikum weltweit gefeiert wurde.“
Béla Tarr wurde 1955 in Ungarn geboren und drehte schon in jungen Jahren Filme. Seine frühen Arbeiten erzählten von Armut, Hoffnungslosigkeit und gesellschaftlichen Spannungen im Ungarn der späten Sozialismus-Jahre. Mit der Zeit entfernte er sich von realistischen Alltagsgeschichten und entwickelte eine eigene, sehr ernste und langsame Erzählweise, in der es weniger um Handlung als um Stimmungen, menschliche Abgründe und existenzielle Fragen ging.
International bekannt wurde Tarr mit Filmen wie „Satanstango“ oder „Werckmeister Harmonien“, die ihm den Ruf eines kompromisslosen Künstlers einbrachten. Seine Werke gelten als fordernd, aber auch als tiefgründig und nachhaltig wirkend. Nach seinem letzten Spielfilm „Das Turiner Pferd“ aus dem Jahr 2011 zog er sich aus dem Filmgeschäft zurück und widmete sich vorwiegend der Ausbildung junger Filmschaffender.