Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen

Ukrainisches Flugzeug voller Munition? Ministerium widerspricht


Aktualisiert am 06.08.2026 – 16:23 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine ukrainische Antonow-Frachtmaschine steht auf dem Flughafen Leipzig/Halle: Nach dem nächtlichen Drohnen-Vorfall haben Spezialisten eine Drohne mit einer Sprengvorrichtung entschärft. (Quelle: Hendrik Schmidt)

Nach dem Drohnenfund in Leipzig rückt ein mögliches Ziel in den Fokus: ein Antonow-Frachtflugzeug aus der Ukraine. Über die Ladung gibt es jedoch widersprüchliche Berichte.

Das Bundesinnenministerium hat Berichte zurückgewiesen, wonach eine der ukrainischen Antonow-Maschinen am Flughafen Leipzig/Halle Munition an Bord hatte. In einer Runde der Obleute aus dem Innen- und dem Verteidigungsausschuss des Bundestags stellte das Ministerium klar, dass sich in den Flugzeugen keine Munition befand – auch auf mehrmalige Nachfrage. Das berichtet der „Focus“ unter Berufung auf Teilnehmerkreise. Der letzte Transportflug mit Munition sei am 29. Juli erfolgt.

Zuvor hatten die „Süddeutsche Zeitung“ sowie NDR und WDR unter Berufung auf einen vertraulichen Polizeibericht gemeldet, das mögliche Ziel des Anschlags sei mit militärischer Munition beladen gewesen. Die Maschine war demnach kurz zuvor in Leipzig/Halle gelandet, die Ladung sollte weitertransportiert werden. Der Flughafen in Sachsen gilt als wichtiges Drehkreuz für die militärische Unterstützung der Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen Russland. Auch Transporte der Nato laufen über Leipzig/Halle.

  • Sprengstoff-Drohne in Leipzig: Busfahrer soll Drohne entdeckt haben – Grüner übt Kritik

Suche nach möglichem zweiten Objekt dauert an

In der Nacht zum Mittwoch wurde die Drohne mit Sprengladung von einem Flughafenmitarbeiter im Sicherheitsbereich des Frachtbetriebs entdeckt. Experten der Bundespolizei entschärften die Sprengladung. Berichten zufolge befanden sich in der Nähe vier ukrainische Flugzeuge. Der Flugverkehr wurde nach dem Fund zwischenzeitlich eingestellt, mehrere Maschinen wurden umgeleitet.

Zum Fund der Drohne gibt es aktuell unterschiedliche Darstellungen: Nach Informationen der „Welt“ soll die Drohne von einem Busfahrer, der eine interne Bustour auf dem Flughafengelände leitete, zu Boden gebracht worden sein. Wie genau das passiert sein soll, ist nicht bekannt. Der „Spiegel“ schreibt unter Berufung auf „Eingeweihte“ lediglich, dass der Busfahrer die Drohne nahe der Start- und Landebahn entdeckte.

Die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) berichtet auf Grundlage von Behördenberichten, Mitarbeiter hätten eine zwischen zwei Atonow-Frachtflugzeugen über dem Boden „schwebende“ Drohne entdeckt. Daraufhin sei es zu „einem Kontakt zwischen der Drohne und einem Mitarbeiter“ gekommen. Die Drohne habe anschließend auf dem Boden gelegen.

Suche nach zweitem Objekt dauert an

Die Ermittlungen dauern derweil weiter an. Dabei steht am Donnerstag die Suche nach einem zweiten verdächtigen Objekt im Fokus. Ein DHL-Flugzeug, das wegen der Sperrung des Flughafens am Mittwoch wieder durchstarten musste und Richtung Hannover flog, stieß nahe Leipzig mit einem weiteren Flugobjekt zusammen.

Share.
Die mobile Version verlassen