Mehr Ausfälle drohen
Neue Streikwelle trifft Lufthansa hart
Aktualisiert am 13.04.2026 – 18:25 UhrLesedauer: 2 Min.
Bei der Lufthansa droht schon der nächste Ausstand. Nach dem aktuellen Pilotenstreik hat nun auch die Kabinengewerkschaft Ufo neue Arbeitskämpfe angekündigt.
Die Kabinengewerkschaft Ufo hat die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter von Lufthansa und Cityline für Mittwoch und Donnerstag zu einem zweitägigen Streik aufgerufen. Auf Passagiere kommen damit die nächsten Ausfälle zu.
Die neue Ankündigung fällt in eine ohnehin zugespitzte Lage. Erst am Montag hat ein erneuter Pilotenstreik bei der Lufthansa für hunderte Flugausfälle gesorgt und tausende Passagiere getroffen. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte die Beschäftigten von Lufthansa, Lufthansa Cargo und Cityline zu Arbeitsniederlegungen bis einschließlich Dienstag aufgerufen. Es ist bereits die dritte Streikwelle in diesem Tarifkonflikt.
Allein in Frankfurt wurden für die beiden Streiktage mehr als 1.100 Starts und Landungen gestrichen, in München 710 Flugbewegungen. Auf der Nah- und Mittelstrecke sollte nur etwa jeder dritte Flug stattfinden, rund die Hälfte der Langstreckenflüge sollte abheben.
Der Lufthansa-Vorstand reagierte mit scharfer Kritik auf den Pilotenstreik. Personalvorstand Michael Niggemann warnte die Spartengewerkschaften: „Jeder Streik verkleinert die betroffene Fluggesellschaft.“ Vorstandschef Carsten Spohr sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, er werde vor den Streiks nicht einknicken.
Auslöser sind mehrere festgefahrene Tarifkonflikte. Im Streit mit der Vereinigung Cockpit geht es um höhere Betriebsrenten. Die Lufthansa bezeichnete die Forderungen der Piloten zuletzt als „absurd und unerfüllbar“.
Die VC wiederum wirft dem Unternehmen mangelnde Gesprächsbereitschaft vor. VC-Präsident Andreas Pinheiro erklärte, es habe trotz eines bewussten Verzichts auf Streikmaßnahmen über die Osterfeiertage keine ernstzunehmenden Angebote gegeben.
Weitere Streiks angekündigt
Mit dem neuen Aufruf von Ufo weitet sich der Konflikt bei der Lufthansa jetzt aus. Nach Angaben der Kabinengewerkschaft geht es um bessere Arbeitsbedingungen für rund 19.000 Kabinenbeschäftigte sowie um einen Sozialtarifvertrag für etwa 800 Mitarbeiter der Cityline. Die Tochtergesellschaft soll nach Plänen des Managements im kommenden Jahr eingestellt werden.
Ufo wirft der Lufthansa vor, bislang kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt zu haben. Gefordert werden unter anderem verlässlichere Einsatzpläne und längere Kündigungsfristen.
Die Lufthansa betonte auch mit Blick auf diese Streiks, die Kerngesellschaft sei auf vielen Strecken nicht mehr wettbewerbsfähig. Flugzeuge würden deshalb verstärkt bei günstigeren Tochtergesellschaften eingesetzt. „Diese Streiks werden unsere Strategie nicht beeinflussen“, hieß es.
Bereits am Freitag vergangener Woche hatte Ufo das Kabinenpersonal für einen Tag zum Streik aufgerufen. Dabei fielen hunderte Flüge aus.
Mehrere Konflikte parallel
Neben VC und Ufo gibt es inzwischen auch einen weiteren Arbeitskampf im Konzern: Am Montag wurde erstmals der Ferienflieger Eurowings für einen Tag bestreikt. Die Tarifkonflikte bei den verschiedenen Gesellschaften und Berufsgruppen sind damit weiter ungelöst.
Auch rund um das 100-jährige Bestehen der Lufthansa droht weiterer Protest. Gewerkschaften haben angekündigt, Aktionen bei einer Jubiläumsveranstaltung zu planen.
