Bei UniCredit-Übernahme
Verdi warnt: Mehr als 10.000 Jobs bei Commerzbank bedroht
17.03.2026 – 03:24 UhrLesedauer: 2 Min.
Verdi schlägt Alarm: Bei einer Übernahme der Commerzbank durch UniCredit könnten mehr als 10.000 Stellen wegfallen.
Bei einer Fusion könnten deutlich mehr als 10.000 Arbeitsplätze bei der Commerzbank unter Druck geraten, sagte Jan Duscheck, Bundesfachgruppenleiter Bankgewerbe bei Verdi, der Zeitung „Bild“. „Bei Bankenfusionen werden fast immer Doppelstrukturen abgebaut“, erklärte er dem Vorabbericht zufolge.
Besonders betroffen wären nach Einschätzung der Gewerkschaft zentrale Funktionen wie Verwaltung, IT und Backoffice. „Vor allem wären Tausende Stellen in den Zentralen in Frankfurt und München betroffen sowie in den Servicegesellschaften“, sagte Duscheck.
Auch im Filialnetz könne es zu Überschneidungen kommen, wenn Standorte zusammengelegt würden. Nach Verdi-Angaben könnten zudem Arbeitsplätze bei der zur UniCredit gehörenden HypoVereinsbank gefährdet sein.
Duscheck kritisierte das Vorgehen von UniCredit-Chef Andrea Orcel. „Andrea Orcel handelt weiterhin unkalkulierbar und spielt mit dem Vertrauen der Beschäftigten – aber auch mit dem Vertrauen der deutschen Wirtschaft“, sagte er der „Bild“.
Die UniCredit mit Sitz in Mailand buhlt seit September 2024 um die Commerzbank und verspricht sich von einer Übernahme Vorteile im deutschen Markt mit Privat- und Mittelstandskunden. Nun hat die italienische Bank ein freiwilliges Übernahmeangebot vorgelegt. Die Eigner des Frankfurter Geldhauses erhielten 0,485 neue UniCredit-Papiere für jede Commerzbank-Aktie, teilte die italienische Großbank am Montag mit. Über die hierfür notwendige Kapitalerhöhung soll bis zum 4. Mai 2026 in einer außerordentlichen Hauptversammlung entschieden werden.
„Das Angebot zielt darauf ab, die im deutschen Übernahmerecht vorgesehene 30-Prozent-Hürde zu überwinden und in den kommenden Wochen einen konstruktiven Dialog mit der Commerzbank uund ihren Stakeholdern zu fördern“, teilte die UniCredit weiter mit.
Sie kontrolliert nach eigenen Angaben direkt oder über Termingeschäfte bislang 29,9 Prozent der Commerzbank-Anteile. Das Management des deutschen Instituts sträubt sich gegen eine Übernahme. Bei der Bundesregierung, dem zweitgrößten Commerzbank-Aktionär, stößt das Vorhaben ebenfalls auf Ablehnung.
