Serienmörder-Ausstellung mit Schockeffekt

Nichts für schwache Nerven: In Köln sind die Killer los


08.05.2026 – 11:32 UhrLesedauer: 3 Min.

Ein „Opfer“ des Serienmörders John Wayne Gacy: In Köln gibt es neue Ausstellung für True-Crime-Fans. (Quelle: Florian Eßer)

In Köln widmet sich eine Ausstellung dem Phänomen der Serienmörder. Das ist nicht für jeden etwas, doch Fans von True Crime kommen voll auf ihre Kosten.

Menschenfresser, Mörder und Vergewaltiger sind kein Phänomen der Moderne, sie existieren seit Jahrtausenden. Schließlich wusste bereits der römische Dichter Plautus, dass der „Mensch des Menschen Wolf“ ist. Und wohl niemand verleiht dieser antiken Weisheit mehr Ausdruck als Menschen, die nicht nur einmal, sondern mehrfach getötet haben: Serienkiller. Namen wie Ted Bundy, Jeffrey Dahmer und David Berkowitz alias „Son of Sam“ haben längst Einzug in die Popkultur gehalten – obwohl sie verstümmelten, misshandelten und töteten.

Ihre Fälle werden in Büchern und Podcasts diskutiert, in aufwendig produzierten Netflix-Serien können die Zuschauer ihnen bei ihren Verbrechen über die Schulter schauen. Das „Böse“ fasziniert die Menschen, bewegt sich auf dem Grat zwischen Abscheu und Anziehung. In Köln widmet sich nun eine ganze Ausstellung den Mördern und Kannibalen, den Folterern und Vergewaltigern.

Für die Ausstellung arbeiteten die Veranstalter mit Kriminalisten zusammen, um die Darstellungen detailgetreu und authentisch in Szene setzen zu können. Die Exposition geht laut den Verantwortlichen dabei der Frage nach, warum solche Verbrechen die Menschen derart in ihren Bann ziehen. Sie setzt aber offensichtlich auch auf die makabre Unterhaltung und die Konsumgewohnheiten der Instagram-Generation. An mehreren Stationen können Besucher morbide Erinnerungsfotos für ihre Social-Media-Kanäle schießen – etwa wenn sie in einem Säurefass oder auf einem Gynäkologenstuhl posieren, dessen kriminalgeschichtliche Rolle an dieser Stelle nicht näher beschrieben werden soll.

Bei einem Rundgang durch die schaurigen Hallen wird deutlich, dass Serienmörder kein kulturell begrenztes Phänomen sind: Die Ausstellung thematisiert Fälle aus den USA, den sowjetischen Serienkiller Andrei Romanowitsch Tschikatilo und die Verbrechensserie des Kolumbianers Luis Garavito, der mehr als 100 Jungen ermordete.

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