Trevi-Brunnen kostet jetzt zwei Euro Eintritt für Touristen

Im Detail geht es um den Zugang zum schmalen Durchgang direkt am Wasserbecken. Mit dem Ticket kann man sich frei auf dieser Fläche bewegen. Das neue Zugangssystem gilt an den meisten Tagen von 9.00 bis 22.00 Uhr, nur montags und freitags von 11.30 bis 22.00 Uhr. Die große Piazza vor dem Brunnen mit Eisdielen und Touristenshops bleibt weiter für alle frei zugänglich.

Die Stadt Rom ist davon überzeugt, dass mit der neuen Regelung nicht nur die Sicherheit vor Ort – das Getümmel war ein beliebter Arbeitsort für Taschendiebe, außerdem führte das Chaos mitunter zu Konflikten unter Touristen und Passanten – sondern auch die Qualität des Besuchserlebnisses verbessert wird. Nicht jedem gefällt jedoch die Maßnahme. Kritiker bemängeln etwa die Monetarisierung einer historischen und kulturellen Stätte.

Andere italienische Städte haben angesichts des Phänomens des Massentourismus ähnliche Maßnahmen ergriffen. Venedig hat etwa 2024 ein Eintrittsgeld für Kurzbesucher eingeführt. Auch dieses Jahr verlangt die Lagunenstadt an 60 Tagen zwischen Anfang April und Ende Juli Eintrittsgelder. Zehn Euro werden dann fällig, nur wer früh bucht –mindestens drei Tage zuvor – kommt mit fünf Euro davon. Übernachtungsgäste bleiben ausgenommen.

Auch in Venedig ist der Gedanke dahinter, den Massentourismus in der Stadt mit den vielen Kanälen und Palästen besser zu steuern. Kritiker wenden ein, dass der Eintritt kaum jemanden davon abhält, nach Venedig zu kommen. Und ähnlich wie in Rom wird in Venedig bemängelt, mit solchen Eintrittsgeldern werde die Stadt in eine Art riesigen Themenpark für Touristen verwandelt.

Leidtragende des „Overtourism“ sind übrigens nicht nur Touristen, sondern auch die alteingesessenen Einwohner. Sie spüren die Folgen der stetig wachsenden Touristenströme im Alltag: überfüllte Straßen und Plätze, Überlastung des Straßenverkehrs sowie höhere Mietpreise und Lebenshaltungskosten.

Für Römer gilt das Zwei-Euro-Ticket für den Trevi-Brunnen nicht als zusätzliche Belastung. Einwohner der italienischen Hauptstadt sind davon nämlich ausgenommen. Kulturstadtrat Massimiliano Smeriglio betonte, Rom sei eine Stadt, „die nicht nur den Touristen gehört, sondern vor allem den Römern.“

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