„Traumschiff“-Star Nick Wilder spricht über schwieriges Familienverhältnis

Traumatische Erlebnisse

Ex-„Traumschiff“-Star Nick Wilder: „Ich habe viel geweint“


26.11.2025 – 11:24 UhrLesedauer: 2 Min.

Nick Wilder: In seinem Buch „Vaterliebe“ schreibt er über die verdrängte NS-Vergangenheit in seiner Familie. (Quelle: IMAGO)

Nick Wilder spricht offen über seine Vergangenheit. Das Verhältnis zu seinem Vater machte dem Schauspieler schwer zu schaffen.

„Traumschiff“-Fans kennen Nick Wilder als Bordarzt Dr. Wolf Sander. 2020 stieg er allerdings aus dem ZDF-Format aus. Sein neuestes Projekt ist nun ein Buch. In „Vaterliebe“ setzt er sich mit der verdrängten NS-Vergangenheit in seiner Familie auseinander.

Vor allem geht es darin um seinen Vater Klaus Herbert Wilder, der 1998 verstorben ist. Im Interview mit „Bunte“ sprach der 72-Jährige jetzt über das angespannte Verhältnis zu ihm, welches ihn lange traumatisiert hat.

Als Jugendlicher erfuhr Wilder, dass sein Vater die SA in Fehrmann aufgebaut hatte und später in der Waffen-SS war. Dabei hatte er seinem Sohn stets erzählt, dass er nie politisch engagiert war. Ab diesem Zeitpunkt habe Wilder das Vertrauen in seinen Vater verloren. „Ich habe immer versucht, Situationen zu vermeiden, in denen ich mit ihm alleine war. Unser Verhältnis war von Angst und Distanz geprägt. Ich wusste nie, was ich mit ihm reden soll“, erzählte der 72-Jährige.

Unmittelbar nach dem Abitur hatte er seine Heimat verlassen. Erst 1992, nachdem sein erster Film ausgestrahlt wurde, gab es eine erste Annäherung zwischen Vater und Sohn. „Zum ersten Mal sagte er: ‚Mensch, ich bin richtig stolz auf dich.‘ Dieser Satz hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen“, erinnerte sich Wilder.

Während der Arbeit an seinem Buch sei nun alles wieder hochgekommen. „Ich habe viel
geweint und mit meiner Frau darüber gesprochen. Gleichzeitig war es wie eine Therapie für mich“, so Wilder. Er habe sein Trauma aufarbeiten können. „Und seit zwei Jahren habe ich keine Albträume mehr.“

Was die Distanz angeht, will er seinem Vater rückblickend keine Vorwürfe machen. „Er kannte es einfach nicht anders. Aber es ist trotzdem schmerzhaft, keine Anerkennung und Wärme zu erfahren.“

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