1. FC Köln
Keine Kritik an Kwasniok und ein großes Geheimnis
03.04.2026 – 20:48 UhrLesedauer: 3 Min.
René Wagner schwingt das Zepter beim 1. FC Köln. Nun hat der neue Cheftrainer deutlich gemacht, was er beim FC verändert hat und noch verändern will.
Er kam in einem schwarzen FC-Shirt, gab allen Journalisten zur Begrüßung die Hand und nahm dann nicht den Platz ein, den Lukas Kwasniok neun Monate lang bezogen hatte. René Wagner hat an Karfreitag seine Antritts-Pressekonferenz beim 1. FC Köln gehalten – und möchte weitaus mehr anders machen als nur auf einem anderen Platz auf dem Podium sitzen.
Der neue Cheftrainer der Geißböcke gab am Freitag einen Vorgeschmack auf das, was der FC und die Fans vom 37-Jährigen in den nächsten Wochen erwarten können. Der ruhige Dresdner ließ sich nur bedingt in die Karten schauen, ließ aber zwischen den Zeilen durchblicken, dass er sich sehr wohl von seinem Vorgänger abgrenzen wird. Fünf Lehren aus seinem ersten Auftritt.
1. Keine (direkte) Kritik an Kwasniok
Wagner vermied es, seinen Vorgänger Kwasniok zu kritisieren. Das, wusste der bisherige Assistent offenbar, hätte ihm kaum zugestanden. „Ich glaube nicht, dass man sich hier nach zwei Wochen hinsetzen und sagen sollte, was das Problem war. Denn ich war auf der anderen Seite die neun Monate vorher auch schon da.“ Und doch machte Wagner klar, dass er einiges ändern möchte.
2. Veränderte Kommunikation
Die Pressekonferenz war das erste Beispiel, dass Wagner anders kommuniziert als Kwasniok. Ruhig und sachlich, ohne große Ausschweifungen, freundlich, aber sich nicht in den Vordergrund drängend – so trat Wagner zwei Tage vor seinem Cheftrainer-Debüt auf. Sein Credo: „Es geht nicht darum, dass ich eine Chance nutzen kann oder den Fuß in die Tür als Cheftrainer bekomme. Wenn alle um mich herum Erfolg haben, werde ich es automatisch auch haben. Das ist mein Ansatz.“
Wagner weiß sehr wohl, dass er sich jetzt auf hohem Niveau in der Bundesliga beweisen kann. Doch er will sich explizit nicht zu wichtig nehmen. Stattdessen setzt er auch mit den Spielern und seinen Mitarbeitern auf Vertrauen. „Emotionen kann man über Sprache in eine Mannschaft hereintragen, aber auch über die tägliche Arbeit eine Bindung erzeugen. Das ist mein Ansatz. Ich will, dass wir als Gruppe funktionieren.“ Das war Kwasniok zuletzt nur noch bedingt gelungen.
