Traditionsunternehmen Franz Ott ist insolvent

Metallbau aus Baden-Württemberg

Über 170 Jahre altes Unternehmen meldet Insolvenz an

22.01.2026 – 15:28 UhrLesedauer: 2 Min.

Arbeiter heben Blech mit Krankettenzug in einer Fabrikanlage (Symbolbild): Die Franz Ott Metallwarenfabrik stellt seit den 1980er-Jahren Bleche her. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Max 4e/imago)

Ein traditionsreicher Metallbetrieb aus Baden-Württemberg steht vor einer ungewissen Zukunft. Rund 50 Beschäftigte sind von dem Insolvenzantrag betroffen.

Das über 170 Jahre alte Familienunternehmen Franz Ott Metallwarenfabrik aus Hettingen in Baden-Württemberg hat Insolvenz beantragt. Der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist am Montag gestellt worden, wie Mitgeschäftsführerin Sabine Ott der „Schwäbischen Zeitung“ bestätigte. Von der Insolvenz sind rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen.

Das Unternehmen gilt als einer der ältesten Betriebe der Region. Seine Wurzeln reichen bis etwa 1850 zurück, als die Schlosserei Ott im heutigen Gammertinger Stadtteil Inneringen erstmals erwähnt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand daraus die Firma Franz Ott mit Sitz in Hettingen. In den Jahrzehnten danach machte sich der Betrieb vor allem mit Dekorations- und Geschenkartikeln einen Namen. Große Versandhäuser in Deutschland und der Schweiz nahmen die Produkte ins Sortiment.

Der wirtschaftliche Erfolg ermöglichte in den 1960er- und 1970er-Jahren eine Expansion, einschließlich neuer Fabrikgebäude und der Übernahme des Schweizer Unternehmens Rolega. Doch der zunehmende Konkurrenzdruck aus Asien setzte dem Geschäft zu. Mitte der 1980er-Jahre leitete die Firma deshalb einen Strategiewechsel ein und verlagerte den Schwerpunkt auf die Blechbearbeitung für die Industrie, unter anderem für Gehäuse von Maschinen.

Zuletzt war Franz Ott als Zulieferer für namhafte Unternehmen tätig, darunter der Maschinenbauer Trumpf, die Verzahntechniksparte von Liebherr sowie Hermle aus Gosheim. Die anhaltend schwache Konjunktur in der Metall- und Maschinenbaubranche belastete jedoch auch diese Geschäftsbeziehungen. Hermle hatte im vergangenen Jahr selbst angekündigt, weltweit rund 1.000 Stellen abzubauen.

Nach Angaben von Sabine Ott will sich das Unternehmen am Freitag ausführlich zum Ablauf des Insolvenzverfahrens sowie zur Zukunft des Standorts und der Beschäftigten äußern.

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