Traditionskaufhaus steht wohl vor der nächsten Krise

Berichte über Gewinneinbruch

Galeria droht wohl die nächste Krise


23.01.2026 – 20:58 UhrLesedauer: 2 Min.

Berlin: Das Kaufhaus Galeria Kaufhof am Alexanderplatz. (Quelle: Sebastian Gollnow)

Galeria kämpft nach einem enttäuschenden Weihnachtsgeschäft mit Problemen. Die Zukunft des Traditionshauses ist ungewiss.

Dem Warenhauskonzern Galeria droht wohl die nächste wirtschaftlich schwierige Phase. Bereits das wichtige Weihnachtsgeschäft verlief nach einem Bericht des „Spiegel“ enttäuschend, und auch zum Jahreswechsel verschärfte sich die Lage. Die Zahlen dazu sollen dem Magazin vorliegen.

In der letzten Woche des Jahres 2025 sei der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um mehr als neun Prozent gesunken, der Bruttogewinn habe sogar über elf Prozent verloren. In der ersten Januarwoche betrugen die Rückgänge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum demnach mehr als 17 Prozent. Die Erlöse lagen laut Bericht 20 Prozent unter Plan.

Auch im laufenden Geschäftsjahr, das im Oktober begann, hinkten Umsatz, Bruttogewinn und Kundenzahlen den Vorjahreswerten hinterher. Handelskenner schätzen laut „Spiegel“, dass Galeria rund eine Milliarde Euro benötigen würde, um Filialen und den Onlinehandel zu modernisieren.

Die neuen Eigentümer Bernd Beetz und Richard Baker hatten im Frühjahr 2024 nach der dritten Insolvenz das Unternehmen übernommen. Laut „Spiegel“-Recherchen sollen sie jedoch bislang deutlich weniger Kapital eingebracht haben als angekündigt. Demnach belief sich ihr Eigenanteil beim Kauf auf drei Millionen Euro. Zusätzlich habe die US-Investmentgesellschaft Bain Capital ein Darlehen über 60 Millionen Euro gewährt – zu einem Zinssatz von 14 Prozent.

Intern wird laut Bericht kritisiert, dass die versprochenen Investitionen von bis zu 100 Millionen Euro bisher ausgeblieben seien. Gleichzeitig soll es Überlegungen für Gewinnausschüttungen gegeben haben – trotz angespannter Liquiditätslage. Auch dringend nötige Umbauten für neue Partner wie Lidl oder Decathlon würden nach Informationen des Magazins nicht ausreichend finanziert. Mehrere Insider befürchten demnach, dass sich die wirtschaftliche Situation weiter zuspitzen könnte.

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