
Ausflugstipp für Dresdner
Torgau: Auf den Spuren der sächsischen Renaissance
08.02.2026 – 15:39 UhrLesedauer: 2 Min.
Kunst, Geschichte und grüne Landschaften: Die Stadt Torgau hält für Ausflügler einiges bereit – und ist gut zu erreichen.
Torgau in Nordsachsen zählt zu den wenigen deutschen Städten, in denen die Renaissance-Architektur so gut erhalten geblieben ist. Als frühere Residenz der sächsischen Kurfürsten spielte die Stadt eine zentrale Rolle in der Politik und wurde zugleich zu einem wichtigen Schauplatz der Reformation.
Die erste urkundliche Erwähnung ist auf das Jahr 973 datiert. Zahlreiche Bauten aus dem späten Mittelalter und der frühen Neuzeit prägen bis heute das Bild der Stadt, die inzwischen rund 19.000 Einwohner hat.
In der Altstadt Torgaus lassen sich demnach rund 500 denkmalgeschützte Gebäude entdecken. Besonders eindrucksvoll steht Schloss Hartenfels am Flussufer der Elbe – ein Renaissancebau, der zwischen 1533 und 1544 entstand. Im Innenhof steht der kunstvoll gearbeitete „Große Wendelstein“ aus dem 16. Jahrhundert.
Die filigrane Wendeltreppe ist weltweit einzigartig, gilt als architektonisches Meisterwerk und ist bis heute öffentlich zugänglich. Am Fuße der Treppe gibt es etwas versteckt ein Relief zu entdecken. Die Darstellung zeigt die biblische Gestalt Samson, dem die Figur Delilah im Schlaf die Haare schneidet und damit die Kampfkraft raubt.
Die Schlosskapelle von Schloss Hartenfels gilt als bedeutender Ort der Reformation: 1544 predigte Martin Luther hier zur Einweihung des protestantischen Kirchenbaus. Im 16. Jahrhundert entwickelte sich Torgau zu einem Zentrum der lutherischen Bewegung. Luther und seine Frau Katharina von Bora weilten mehrfach in der Stadt. Sie starb 1552 in Torgau.
Ihr Grab ist bis heute in der Stadtkirche erhalten. Auch die spätgotische Hallenkirche St. Marien erzählt von der religiösen Vergangenheit der Stadt – mit kunstvoll gestalteten Grabstätten und Werken wie den „Vierzehn Nothelfern“ von Lucas Cranach.
Die Torgauer Innenstadt beeindruckt mit zahlreichen erhaltenen Baudenkmälern. Wer tiefer in die Stadtgeschichte eintauchen möchte, wird im Stadt- und Kulturgeschichtlichen Museum fündig. Ein angeschlossener Museumspfad führt zu mehreren fußläufig erreichbaren Stationen, an denen historische Gebäude mit kleinen Ausstellungen und Originalexponaten Einblicke in Torgaus Vergangenheit geben.
Die Eintrittspreise variieren, liegen jedoch pro Station meist bei drei bis vier Euro, Kombitickets können auch erworben werden.