Absatzziel erreicht?

Ferraris E-Auto verkauft sich offenbar besser als erwartet

03.08.2026 – 09:57 UhrLesedauer: 2 Min.

Ferrari Luce: Vor allem seine Optik polarisierte bei der Vorstellung. (Quelle: Ferrari/PA Wire/dpa/dpa-bilder)

Das Design des ersten Elektro-Ferrari wurde vielerorts verspottet. Nun deutet sich an, dass der Luce dennoch erfolgreicher werden könnte als angenommen.

Das Design wurde verrissen, die Ferrari-Aktie geriet zunächst unter Druck. Nun deutet sich an, dass der erste Elektro-Ferrari trotz der heftigen Kritik erfolgreicher startet als erwartet.

Laut einem Bericht der „Financial Times“ hat Ferrari sein Jahresabsatzziel für den neuen Luce bereits erreicht. Demnach war das Kontingent von knapp 500 Fahrzeugen knapp zwei Monate nach dem Marktstart im Mai ausverkauft. Besonders groß soll die Nachfrage in China gewesen sein. Ferrari wollte den Bericht nicht kommentieren.

Bei der Vorlage der Halbjahreszahlen vermied Konzernchef Benedetto Vigna eine Bestätigung der Zahlen. „Wir veröffentlichen solche Zahlen nie“, sagte er. Die Bestellungen für den Luce seien jedoch „zufriedenstellend“, die Nachfrage sei „gesund“ und komme aus allen Regionen.

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Dabei galt der Luce nach seiner Vorstellung im Mai für viele zunächst als Risiko. Der rund 550.000 Euro teure Elektro-Ferrari bricht mit mehreren Traditionen der Marke: Er fährt elektrisch, bietet vier Türen und fünf Sitzplätze und setzt auf ein futuristisches Design, das maßgeblich von den früheren Apple-Designern Jony Ive und Marc Newson entwickelt wurde.

Vor allem die Optik löste heftige Reaktionen aus. Viele Beobachter warfen Ferrari vor, sich zu weit von der bisherigen Formsprache der Marke zu entfernen. Auch in einer nicht repräsentativen Umfrage von t-online fiel das Urteil kritisch aus: 46,6 Prozent der 5.473 Teilnehmer bezeichneten den Luce als „grottenhässlich“, lediglich 13,1 Prozent fanden ihn „super“.

Volle Auftragsbücher bei Ferrari

Doch offenbar scheinen einige Kunden den Luce gut zu finden. Die guten Nachrichten zum Elektroauto passen zu den aktuellen Geschäftszahlen. Ferrari hob seine Jahresprognose an und erwartet 2026 nun ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von mindestens 2,97 Milliarden Euro. Die Auftragsbücher seien bereits bis 2027 vollständig gefüllt, sagte Vigna.

Im zweiten Quartal setzte Ferrari trotz leicht rückläufiger Auslieferungen mehr um und verdiente mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 1,94 Milliarden Euro, das operative Ergebnis legte auf 755 Millionen Euro zu, der Nettogewinn kletterte um neun Prozent auf 463 Millionen Euro. Ausschlaggebend waren vor allem teurere Modelle und zusätzliche Sonderausstattungen.

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