Vor Berliner Humboldt Forum
Tödlicher Angriff: Sieben Männer stehen vor Gericht
05.05.2026 – 16:41 UhrLesedauer: 2 Min.
Sieben Angeklagte müssen sich wegen des Messerangriffs vom 12. September 2025 verantworten. Der Hintergrund der Attacke ist bis heute ungeklärt.
Am Berliner Landgericht hat der Prozess gegen sieben Angeklagte begonnen, denen die Staatsanwaltschaft einen tödlichen Messerangriff am Humboldt Forum zur Last legt. Ein 20-jähriger Syrer starb nach dem Angriff in einem Krankenhaus. Ein Motiv für die Attacke ist bis heute nicht bekannt.
Den sechs Männern und einer Frau im Alter von 16 bis 23 Jahren wird laut Anklage gefährliche Körperverletzung, Landfriedensbruch und Beteiligung an einer Schlägerei vorgeworfen. Vier von ihnen müssen sich darüber hinaus wegen gemeinschaftlichen Totschlags verantworten.
Laut Anklage saßen der 20-Jährige und seine 21 und 23 Jahre alten Begleiter am Abend des 12. September 2025 an der Promenade unterhalb des Humboldt Forums, als die Gruppe der Angeklagten sich näherte. Drei von ihnen sollen auf die sitzenden Männer zugegangen sein und eine Auseinandersetzung begonnen haben, die übrigen Angeklagten sollen sich sofort beteiligt haben. Die beiden Begleiter des späteren Todesopfers wurden durch Schläge verletzt.
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll ein 23-jähriger Angeklagter ein Messer bei sich geführt haben. Als er es verloren habe, soll eine 17-Jährige es aufgehoben haben. Der jüngste Angeklagte, ein 16-Jähriger, soll es an sich genommen und mindestens sechsmal zugestochen oder zugeschlagen haben. Gegenüber der Polizei soll er den Einsatz des Messers eingeräumt haben.
Bei den Angeklagten handelt es sich um sechs Männer aus Afghanistan und eine irakische Staatsangehörige. Sie wurden im Dezember festgenommen, sechs von ihnen befinden sich seitdem in Untersuchungshaft. Laut Anklage soll es Videoaufzeichnungen des Tatgeschehens geben. Ob sich die Angeklagten vor Gericht äußern werden, blieb am ersten Verhandlungstag offen. Der Prozess wird am 12. Mai fortgesetzt.
