
Zweites Kind schwer krank
Tödliche Infektion – Baby in Berlin gestorben
10.02.2026 – 19:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Zwei Kinder werden innerhalb kurzer Zeit ins Krankenhaus eingeliefert, ein Säugling stirbt. Zwischen beiden Fällen gibt es eine Verbindung.
In Berlin ist ein drei Monate altes Baby nach einer Meningokokken-Infektion gestorben. Ein zweites Kind liege noch auf der Intensivstation, heißt es in einem Bericht zu Infektionskrankheiten des Berliner Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lageso).
Der tödlich erkrankte Säugling sei am 24. Januar mit einem Hautausschlag und Bewusstseinstrübung in die Notaufnahme gebracht worden. Das Baby habe das sogenannte Waterhouse-Friderichsen-Syndrom entwickelt und sei einen Tag nach der Ankunft im Krankenhaus gestorben, teilte eine Lageso-Sprecherin mit. Das Waterhouse-Friderichsen-Syndrom ist eine besonders schwere Form des septischen Schocks, die laut Robert Koch-Institut (RKI) in etwa einem Drittel der Fälle zum Tod führt.
Drei Tage nach dem Säugling wurde ein weiteres Kind ins Krankenhaus eingeliefert. Das dreijährige Kleinkind litt unter Fieber und entwickelte eine Hirnhautentzündung (Meningitis) sowie eine Blutvergiftung (Sepsis). Inzwischen habe es sich stabilisiert, so das Lageso.
Beide Kinder kommen laut der „B.Z.“ aus dem Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Laut Lageso stehen sie „in einem verwandtschaftlichen Verhältnis und hatten am 24. Januar engeren Kontakt“. Familienangehörige und weitere Kontaktpersonen bekamen vom zuständigen Gesundheitsamt Antibiotika. Im Blut beider Kinder wurden Meningokokken der Serogruppe B nachgewiesen.
Seit 2024 empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko), bei allen Säuglingen ab dem Alter von zwei Monaten eine Standardimpfung gegen Meningokokken der Serogruppe B vorzunehmen. Ob die beiden jetzt erkrankten Kinder geimpft waren, ist unklar.
Seit 2021 gab es elf Todesfälle bei Menschen mit Meningokokken in Berlin. Sechs von elf Verstorbenen waren den Angaben nach Säuglinge im Alter von unter einem Jahr. Die Erkrankung beginnt oft mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Kopfschmerzen, und der Gesundheitszustand verschlechtert sich innerhalb weniger Stunden rapide.
Meningokokken sind Bakterien, die durch Tröpfchen etwa beim Husten oder Niesen auf andere Menschen übertragen werden. Die Erkrankungen sind laut RKI in Deutschland zwar sehr selten, verlaufen jedoch meist sehr schwerwiegend. Die Todesfallrate beträgt demnach 7 bis 15 Prozent, viele Überlebende leiden an schweren Langzeitfolgen.