Tod am U-Bahnhof Wandsbek – SPD fordert weitere Ermittlungen

Mann reißt Frau in den Tod

Bluttat am U-Bahnhof: SPD fordert weitere Ermittlungen

04.02.2026 – 19:38 UhrLesedauer: 2 Min.

Blumen am U-Bahnhof Wandsbek (Archivbild): Die SPD will, dass die Staatsanwaltschaft die Bluttat weiter aufklärt. (Quelle: dpa/dpa-bilder)

Die Hamburger SPD-Fraktion will die Hintergründe der Tat aufklären lassen, obwohl das juristische Verfahren beendet ist. Politiker verschiedener Parteien fordern bereits weitreichende Konsequenzen für die Sicherheitspolitik.

Die SPD in der Hamburgischen Bürgerschaft hat weitere Ermittlungen im Fall der getöteten 18-Jährigen am U-Bahnhof Wandsbek gefordert. Zwar sei das juristische Verfahren wegen des Todes des Beschuldigten beendet, sagte SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf. Es bestehe aber ein berechtigtes öffentliches Interesse daran, dass die Hintergründe der Tat weiter intensiv aufgeklärt werden.

„Dafür gibt es auch Präzedenzfälle wie den Amoklauf bei den Zeugen Jehovas vor drei Jahren“, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Auch damals hatte sich der Täter selbst getötet. Dennoch liefen die Untersuchungen weiter.

Kienscherf betont: „Es muss geklärt werden, wie es zu der Tat kommen konnte.“ Nur mit Kenntnis der Fakten könne eine verantwortungsvolle politische Debatte geführt werden.

Nach bisherigen Erkenntnissen hatte ein 25 Jahre alter Südsudanese auf dem U-Bahnhof die ihm unbekannte 18-Jährige gepackt und sich mit ihr vor einen einfahrenden Zug geworfen. Beide starben noch am Tatort.

Unter anderem Bürgermeister Tschentscher und CDU-Landes- und Fraktionschef Dennis Thering hatten Konsequenzen aus der Tat gefordert. Der Fall verdeutliche aus Sicht Tschentschers „die Dringlichkeit rechtlicher Regelungen zur Rückführung von Flüchtlingen, die zu einem Risiko für die Sicherheit werden“, hatte Senatssprecher Christopher Harms der dpa gesagt.

Thering hatte die Abschiebung straffällig gewordener Ausländer gefordert. „Ausländer, die polizeibekannt sind, die Polizisten tätlich angegriffen haben, müssen abgeschoben werden“, sagte er. Notfalls müsse die Gesetzeslage angepasst werden.

Der 25-Jährige war 2024 im Rahmen des humanitären Resettlement-Programms der Bundesregierung nach Deutschland gekommen und laut Staatsanwaltschaft bereits strafrechtlich in Erscheinung getreten. Nur zwei Tage vor seinem Tod auf dem Bahnhof soll der Mann in einem Bordell auf der Reeperbahn randaliert und einem Polizisten mit einem Handy auf den Kopf geschlagen haben.

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