Der Minister entschied sich, die Nacht vor Ort auf einem Fischereiaufsichtsboot zu verbringen. Er wolle mit einem Nachtsichtgerät beobachten, was weiter passiere, sagte er. An Schlaf werde nicht zu denken sein, aber er sei hart im Nehmen. Er habe in den vergangenen Wochen überhaupt wenig geschlafen. Der Wal nimmt den Minister sichtlich mit. Dabei ist es längst nicht die erste Krise, die er in seiner Laufbahn begleitet.

Backhaus ist seit 1998 Minister in Mecklenburg-Vorpommern. Ebenso lang stellt die SPD im Nordosten den Regierungschef. Die Koalitionen kamen und gingen – Backhaus ist geblieben. Mitte der 2000er-Jahre musste er den ersten deutschen Vogelgrippeausbruch auf der Insel Rügen bekämpfen. Damals wurde Kritik laut, dass er zu spät eingegriffen habe. Auch das Elbe-Hochwasser 2002 und der Waldbrand 2019 auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lübtheen im Landkreis Ludwigslust-Parchim nennt Backhaus im „Tagesspiegel“-Interview als prägende Ereignisse seiner Karriere.

Eine gewisse Anpassungsfähigkeit oder auch Pragmatismus kann man Backhaus nicht absprechen. Er sucht den Weg am Widerstand vorbei und verweist gern auf wissenschaftliche oder rechtliche Grundlagen seiner Positionen. Ein Beispiel ist sein Agieren im Streit um das LNG-Terminal auf der Urlaubsinsel Rügen. Anfang 2024 hieß es aus seinem Haus: „Von Anfang an haben wir gegenüber dem Bund kommuniziert, dass wir das Projekt so nicht unterstützen, da wir Zweifel an der Gasmangellage haben.“

Gleichzeitig hatte Backhaus betont, dass sein Ministerium rechtsstaatliche Genehmigungsverfahren für das Projekt gewährleisten werde. Im März 2026 – alle Genehmigungen waren erteilt und das Terminal in Betrieb – sagte er, „dass es richtig ist, dass dieses Terminal, das Einzige, das in Ostdeutschland existiert, funktioniert und wir die Verantwortung in Deutschland mit übernehmen“.

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