„Du musst es im September ja dann ausbaden“

Thomas Müller frotzelt über Schattenbundestrainer Klopp


24.03.2026 – 11:26 UhrLesedauer: 4 Min.

Illustre Telekom-Experten für die WM: Thomas Müller (l.), Jürgen Klopp (M.) und Mats Hummels. (Quelle: Felix Hörhager/dpa/dpa-bilder)

Müller scherzt vor laufenden Kameras über Klopp und dessen Zukunft beim DFB. Bei der WM-Berichterstattung ist jetzt schon Unruhe programmiert.

Aus München berichtet Julian Buhl

Am Montagmittag bekamen nicht nur die Zuschauer schon mal einen Vorgeschmack auf das, was sie im WM-Sommer mit dem Expertenteam um die beiden Weltmeister Thomas Müller und Mats Hummels sowie Erfolgscoach Jürgen Klopp bei MagentaTV erwartet. Vor allem Starmoderator Johannes B. Kerner hatte schon bei der Präsentationsshow alle Hände voll zu tun, um das Expertentrio im Zaum zu halten.

In jedem unbeobachteten Moment, in dem die Kamera mal nicht auf sie gerichtet war, tuschelten und frotzelten die drei Ex-Profis miteinander. Mehrfach musste Kerner seine Experten um Ruhe und Aufmerksamkeit bitten.

Es war ein wenig wie in der Schule, wenn der Lehrer seine drei verhaltensauffälligsten Schüler (vergeblich) versucht, in den Griff zu bekommen. Dass Kerner das im Fall der drei wortgewaltigen Experten eigentlich gar nicht gelingen kann, ist Teil des Plans des WM-Senders. Schon jetzt scheint der voll aufzugehen.

Immer wieder zündeten vor allem Klopp und Müller live vor laufenden Kameras ein wahres Sprüchefeuerwerk. Als Klopp auf den schwierigen Spagat zwischen seiner Rolle als TV-Experte und der des Schattenbundestrainers hinter Julian Nagelsmann angesprochen wurde, übernahm Müller kurzerhand die Rolle des Moderators. Mit einem süffisanten Lächeln wandte er sich Klopp zu und fragte mit ironischem Unterton: „Würdest du das als Bundestrainer genauso machen?“

Müller lachte, und bevor Klopp die Frage beantworten konnte, beugte er sich hinter dessen Rücken zu Hummels und sagte, noch immer gut über sein Mikrofon hörbar: „Ich wollte eigentlich sagen: ‚Du musst es im September ja dann ausbaden.'“

Klopp wird bereits seit vielen Jahren als Wunschbundestrainer der deutschen Fans und auch jetzt wieder als möglicher Nachfolger von Nagelsmann gehandelt. Der steht allerdings noch bis 2028, also bis einschließlich der nächsten Europameisterschaft, beim DFB unter Vertrag. Und geht mit der Nationalelf jetzt auch mit großen Ambitionen in die WM, bei der er den Titelgewinn bereits mehrfach zum Ziel erklärt hat. Worauf Müller wohl anspielte: Sollte die WM aus deutscher Sicht nicht so erfolgreich wie erhofft verlaufen, würden die Diskussionen um den Bundestrainer wohl wieder losgehen. Und spätestens dann würde auch Klopps Name wieder fallen.

Als Klopp dann endlich zum Antworten kam, sagte er: „Ich habe nicht vor, Julian Nagelsmann zu belehren, ich habe nicht vor, ihm zu sagen, wie es besser geht.“ Klopp weiter: „Ich finde, dass wir als Experten am Ende das in Worte fassen müssen, was manche Leute vielleicht nicht gesehen haben. Das ist eher die Aufgabe: Also einen Einblick zu geben, den man am TV nicht haben kann.“

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