Weltraumforschung

Testpersonen leben 100 Tage ohne Sonnenlicht

08.08.2026 – 07:05 UhrLesedauer: 2 Min.

Trainingsmodell der Raumstation ISS im DLR in Köln (Archivbild): Die Probanden lebten wochenlang wie auf einer solchen Station. (Quelle: IMAGO/Malte Ossowski/SVEN SIMON/imago)

Im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln leben sechs Menschen drei Monate lang ohne Sonnenlicht und Kontakte nach außen. Das steckt dahinter.

Nach 100 Tagen in Isolation haben sechs Teilnehmer des Forschungsprojekts SOLIS100 die Simulationsanlage des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln verlassen. Die europäische Crew aus drei Frauen und drei Männern im Alter von 26 bis 32 Jahren kehrte am Freitag nach einer abschließenden Erholungsphase in ihren Alltag zurück.

Ziel der Studie im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) war es, die Folgen von Langzeitmissionen – etwa zum Mond oder zum Mars – unter extremen Bedingungen für Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu untersuchen. Dafür lebten die Probanden aus Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Polen und Portugal mehr als drei Monate lang abgeschottet von der Außenwelt in einer engen Umgebung ohne Sonnenlicht.

SOLIS100: Crew 14 Wochen lang in Isolation

Während der gut 14 Wochen musste die Crew mit begrenzten Vorräten wie haltbarer Nahrung auskommen – und ohne persönlichen Kontakt zu Familie und Freunden. Der Alltag bestand aus wissenschaftlicher Arbeit, medizinischen Datenerhebungen, einem strikten Sportprogramm sowie der Instandhaltung der Station. Der Austausch mit dem Kontrollzentrum lief überwiegend über eine Sprechanlage.

Laut DLR-Bereichsvorständin Anke Pagels-Kerp sind derartige Untersuchungen unverzichtbar, um Astronauten auf die psychischen und physischen Belastungen zukünftiger Missionen zum Mond oder Mars vorzubereiten. Die Studie SOLIS100 zielt laut Projektleiterin Amelie Therre auf die Standardisierung von Daten ab, damit künftige Unterstützungsmaßnahmen für Crews besser vergleichbar werden.

Studienteam wertet erfasste Daten aus

Die Isolation fand in einer Forschungsanlage statt, die weltweit Studien zu extremen Umweltbedingungen ermöglicht. Das Projekt umfasste inklusive Vorbereitung und Nachuntersuchung insgesamt 126 Tage. Nach dem Verlassen der Anlage am 1. August wurden in einer einwöchigen Nachphase weitere Daten zum körperlichen und kognitiven Zustand der Crew erhoben.

Das Studienteam kann nun die über den gesamten Zeitraum – also vor, während und nach der Isolation – erhobenen Daten auswerten, um die Auswirkungen zu bestimmen.

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