
Ruf lastet auf Verkaufszahlen
Doppeltes Debakel für Tesla
Aktualisiert am 20.01.2026 – 11:55 UhrLesedauer: 3 Min.
Ob jemand ein E-Auto kauft – und von welchem Hersteller – hängt auch von der Parteipräferenz ab. Besonders Tesla leidet darunter.
Elektroautos setzen sich zunehmend durch – zumindest technisch. Auf dem deutschen Automarkt hatte 2025 fast jedes dritte neu zugelassene Auto einen Elektromotor. Die neue staatliche E-Förderung soll demnächst einen weiteren Schub generieren. Doch beim Image bestimmter Marken zeigt sich ein anderes Bild: Der US-Hersteller Tesla verliert deutlich an Zustimmung. Nur noch rund ein Viertel der Deutschen kann sich grundsätzlich vorstellen, ein Modell des Unternehmens zu kaufen. Besonders gering ist die Bereitschaft bei Anhängern der Grünen.
Die politischen Präferenzen der Käufer spielen dabei eine größere Rolle als Alter, Einkommen oder Wohnort. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe Rexklima der TU Dresden.
Zwar steigt der Anteil elektrifizierter Neuwagen kontinuierlich, doch in der Bevölkerung bleibt die Begeisterung verhalten. Laut IW-Umfrage lehnen 42 Prozent der Befragten den Kauf eines E-Autos grundsätzlich ab. Gleichzeitig zeigt sich: Die Einstellungen zu Elektrofahrzeugen verlaufen entlang politischer Überzeugungen, nicht entlang klassischer soziodemografischer Linien. Das zeigt sich auch daran, dass Anhänger der Grünen doppelt so häufig ein E-Auto besitzen wie Anhänger der AfD, obwohl Letztere traditionell als autoaffiner gelten.
Auch auf der Angebotsseite ist der Umbruch spürbar. Seit 2017 sinken die Produktionszahlen der deutschen Automobilhersteller. Im Jahr 2024 wurden nur noch 4,1 Millionen Fahrzeuge produziert, ein Rückgang von über 1,5 Millionen Einheiten in sieben Jahren. Die Zahl der Beschäftigten ist im selben Zeitraum um rund 60.000 gesunken. Der Umbau der Industrie hin zur Elektromobilität verläuft parallel zu strukturellen Herausforderungen wie dem zunehmenden Konkurrenzdruck durch chinesische Anbieter, Zollkonflikten und politischen Debatten um Klimapolitik und Infrastruktur, schreiben die Studienautoren.
Noch vor wenigen Jahren galt Tesla als Vorreiter der Elektromobilität. 2025 verzeichnete das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Deutschland jedoch nur 19.390 Neuzulassungen und damit einen Rückgang von 48 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Europaweit betrug das Minus 38 Prozent, weltweit immerhin neun Prozent. Besonders das Model Y, 2024 noch meistverkauftes E-Auto, fiel auf Platz zwölf zurück.