
Neue Schwerpunkte
Tesla stellt zwei Modelle ein
Aktualisiert am 29.01.2026 – 10:42 UhrLesedauer: 4 Min.
Tesla beendet die Produktion von zwei einst wichtigen Modellen. Stattdessen sollen Roboter und Robotaxis gebaut werden.
Tesla stellt seine größeren Elektroauto-Modelle S und X ein, um Kapazitäten für die Produktion von Robotern freizumachen. Besitzer der Wagen würden über die Lebenszeit der Fahrzeuge weiterhin technische Unterstützung bekommen, versicherte Tesla-Chef Elon Musk in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Die Produktion der beiden Modelle solle aber im kommenden Quartal auslaufen. Das Geschäft von Tesla war bisher stets auf Wachstumskurs. Doch unter anderem wegen der Politik von US-Präsident Trump schrumpfen die Erlöse. Roboter und Robotaxis sollen das Steuer herumreißen.
Das 2012 eingeführte Model S war das erste komplett im eigenen Haus entwickelte Fahrzeug von Tesla. Es begründete den Ruf der Firma als Hersteller von Elektroautos, die mit guter Reichweite, Geschwindigkeit und attraktivem Design gegen die damals auf dem Markt dominierenden Wagen mit Verbrennermotoren bestehen konnten. Das Model X mit den markanten Flügeltüren folgte 2015. Danach wurden die beiden Modellreihen immer mal wieder aufgefrischt. Inzwischen machen die neueren Fahrzeuge Model 3 und Model Y den Großteil des Tesla-Geschäfts aus: Im vergangenen Jahr entfielen auf sie fast 97 Prozent der Auslieferungen.
Auf den bisherigen Produktionslinien für Model S und X sollen künftig die humanoiden Roboter von Tesla mit dem Namen Optimus gebaut werden. Musk hatte jüngst in Aussicht gestellt, sie bis Ende kommenden Jahres in den Verkauf bringen zu wollen.
Tesla will in diesem Jahr auch die Produktion selbstfahrender Robotaxi-Fahrzeuge ohne Lenkrad und Pedale mit dem Namen Cybercab starten. Musk sagte, dass man in der Zukunft viel mehr von diesen Wagen als von allen anderen Modellen bauen werde. Auch den Elektro-Pickup Cybertruck wolle man zu einem autonom fahrenden Wagen machen, kündigte Musk an.
Bisher hat Tesla nur einige fahrerlose Robotaxis in der texanischen Stadt Austin im Einsatz. Sie wurden zuletzt noch von Aufpassern auf dem Beifahrersitz begleitet. Die Google-Schwesterfirma Waymo betreibt unterdessen mehr als 2.500 fahrerlose Wagen in mehreren US-Städten und ist auf Expansionskurs.
Zudem ist unklar, ob Musks Entscheidung, beim autonomen Fahren nur mit Kameras auszukommen, ausreichende Sicherheit bringt. Waymo und andere Hersteller setzen zusätzlich auf weitere Sensoren, vor allem Laser-Radare, die die Umgebung der Fahrzeuge abtasten. Geht Musks Rechnung auf, hätte Tesla einen enormen Kostenvorteil.
Laut Musk testet Tesla seinen Robotaxi-Dienst aktuell mit rund 500 Fahrzeugen des Kompakt-SUV Model Y in Austin und im Bundesstaat Kalifornien. Allerdings muss in Kalifornien nach wie vor ein Sicherheitsfahrer am Steuer sitzen.