Tausende Teilnehmer bei Demo für bezahlbaren Wohnraum

Protest gegen hohe Mieten

Tausende bei Demonstration für bezahlbares Wohnen

07.02.2026 – 16:24 UhrLesedauer: 2 Min.

Demonstranten protestieren in München: Mit der Großdemonstration wollen Verbände auf die prekäre Lage auf dem Mietmarkt aufmerksam machen. (Quelle: Lennart Preiss/dpa/dpa-bilder)

Der Deutsche Mieterbund ruft in München zu einer Demo auf. Tausende Menschen folgen dem Aufruf und protestieren gegen hohe Mieten und für einen besseren Mieterschutz.

Unter dem Motto „Uns glangt’s“ haben am Samstag in München Tausende Menschen für besseren Mieterschutz und bezahlbares Wohnen demonstriert. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich rund 10.000 Menschen an dem Protest, die Polizei sprach am Nachmittag von 4.000 bis 5.000 Teilnehmenden.

Zu der Kundgebung hatte der Deutsche Mieterbund aufgerufen. „Wohnen ist ein Grundrecht und keine Ware“, sagte dessen Präsidentin Melanie Weber-Moritz laut Mitteilung. Millionen Menschen in Deutschland seien durch hohe Mieten stark belastet oder von Verdrängung bedroht, die Politik müsse endlich handeln.

Die Forderungen richteten sich gleichermaßen an Kommunen, Länder und den Bund. „Wir brauchen deutlich mehr bezahlbare Wohnungen und Sozialwohnungen, wirksame Mietpreisbegrenzungen sowie ein entschiedenes Vorgehen gegen Leerstand und Immobilienspekulation“, sagte Weber-Moritz.

Der Mieterbund hatte München als Veranstaltungsort gewählt, weil der Wohnungsmarkt dort besonders angespannt ist und zu den teuersten in Deutschland zählt. Unterstützung erhielt die Demonstration auch von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), der auf die Situation vieler Betroffener verwies. Familien hätten Angst, ihre Wohnung zu verlieren, Studierende müssten für möblierte Zimmer „Mondpreise“ zahlen. Für Rentnerinnen und Rentner sowie Menschen mit mittleren Einkommen sei Wohnen in der Stadt längst zur Existenzfrage geworden.

Der Oberbürgermeister, der am 8. März erneut für die SPD kandidiert, sieht vor allem die Bundespolitik in der Verantwortung. In einem Schreiben an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verwies Reiter auf einen Zehn-Punkte-Plan. „Ohne einen klaren und konsequenten bundesgesetzlichen Rahmen kämpfen wir auf verlorenem Posten“, monierte Reiter.

Mit kommunalen Mitteln allein lasse sich die Mietpreisspirale nicht stoppen. „Das Mietrecht ist in erster Linie Bundesrecht – und genau dort liegt der entscheidende Hebel“, schrieb er. Reiter forderte daher eine grundlegende Reform auf Bundesebene, ergänzt durch Nachschärfungen auf Landesebene.

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