Taubitz holt drittes Gold für Deutschland

Sieg im Eiskanal

Nächster Triumph: Drittes Olympia-Gold für Deutschland

Aktualisiert am 10.02.2026 – 19:25 UhrLesedauer: 2 Min.

Die deutsche Mannschaft darf sich bei den Olympischen Winterspielen über den nächsten Triumph freuen. Am Ende wird es ein Krimi im Eiskanal. Der letzte Lauf entscheidet.

Julia Taubitz hat die dritte Goldmedaille für Deutschland bei den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo gewonnen. Die 29-jährige Rodlerin holte am Dienstagabend Gold im Einsitzer.

Zwei Tage nach dem Coup von Max Langenhan im Männer-Wettbewerb setzte sich die 29-Jährige aus dem Erzgebirge nach vier Läufen im Cortina Sliding Centre durch und feierte ihren ersten Olympiasieg. Silber gewann die Lettin Elina Bota, Bronze ging an Ashley Farquharson (USA).

Taubitz‘ Teamkollegin Merle Fräbel, zur Wettkampfhalbzeit noch mit Siegchancen, fiel durch einen verpatzten dritten Lauf weit zurück. Anna Berreiter aus Berchtesgaden, die vor vier Jahren in Peking als Debütantin olympisches Silber holte, kam diesmal auf Rang sechs.

Der vorher erwartete Tausendstel-Krimi blieb am Dienstag überraschend aus: Denn Fräbel, mit nur 0,061 Sekunden Rückstand auf Taubitz in den Entscheidungstag gegangen, krachte beim Start des dritten Laufes in die Bande und musste ihre Medaillenträume begraben. Ein guter vierter Durchgang genügte nicht mehr, im Zielbereich zuckte sie frustriert mit den Schultern und vergoss ein paar Tränen.

Taubitz hingegen feierte, auch angefeuert von mehr als 50 Fans aus der Heimat, den größten Erfolg ihrer Karriere. Vier Jahre nach ihrem Olympiatrauma von Peking ist es für Taubitz das ersehnte Happy End.

2022 war die als Favoritin gestartete Athletin aus dem Erzgebirge im zweiten Lauf gestürzt und in der Folge nur Siebte geworden. „Ich habe lange gebraucht, um diesen Rückschlag zu verarbeiten“, sagte Taubitz. Sie tritt nun die Nachfolge von Natalie Geisenberger an, die in Peking mit ihren Goldmedaillen fünf (Einzel) und sechs (Teamstaffel) zur erfolgreichsten deutschen Winter-Olympionikin aufgestiegen war.

Taubitz, die bereits fünf Gesamtweltcupsiege in ihrer Vita stehen hat, setzte im Eiskanal einen historischen Erfolgslauf fort: Seit 1998 kam die Olympiasiegerin im Einsitzer der Frauen stets aus Deutschland.

Schon am vierten Tag der Wettkämpfe in Norditalien erweist sich der Bob- und Schlittenverband BSD einmal mehr als Erfolgsgarant. In Peking hatten die Rodler, Skeletonis und Bob-Piloten 16 der 27 deutschen Medaillen gewonnen. Im Rodeln ging Gold dort in allen vier Wettbewerben an den BSD.

Taubitz legte den Grundstein für den Erfolg schon am Montag. Während die internationale Konkurrenz reihenweise patzte, setzte sie sich mit Bahnrekord im zweiten Lauf an die Spitze. Nach dem Patzer von Fräbel konnte dann nur noch ein schwerer eigener Fehler den Olympiasieg verhindern, mehr als sieben Zehntelsekunden Vorsprung nahm Taubitz mit in den finalen Lauf – und blieb dort cool. Eine olympische Medaille sei ihr „Traum von klein auf“ gewesen, hatte Taubitz vor dem Rennen betont.

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