Wut über Spritpreise

„Pure Abzocke“: Tankstellen-Verband attackiert Ölmultis


05.03.2026 – 16:11 UhrLesedauer: 2 Min.

Teurer Tankstopp: Der Tankstellen-Interessenverband kritisiert die jüngsten Preissprünge als unbegründet. (Quelle: IMAGO/Rene Traut)

Werden wir an der Zapfsäule systematisch abgezockt? Der Tankstellen-Interessenverband jedenfalls ist empört: Die Ölkonzerne würden die Autofahrer schröpfen und sich deren Angst vor einem Krieg im Iran zunutze machen.

Die Spritpreise in Deutschland schießen ungebremst nach oben. Seit das iranische Regime die strategisch wichtige Straße von Hormus blockiert, herrscht Nervosität. Der Dieselpreis stieg bereits über die Zwei-Euro-Marke, Super E10 zog inzwischen nach. Nun erhebt der Tankstellen-Interessenverband (TIV) schwere Vorwürfe: Die jüngsten Preissprünge seien nichts anderes als „pure Abzocke“.

Herbert W. Rabl, Sprecher des Verbandes, findet klare Worte: „Es gibt momentan überhaupt keinen Grund – gestern nicht, heute nicht –, die Preise zu erhöhen.“ Sein Argument: Der Kraftstoff, der jetzt aus den Zapfhähnen fließt, liegt schon seit Tagen in den Tanks der Stationen. Er wurde zu alten, deutlich günstigeren Konditionen eingekauft.

„Bis der teure Ölpreis bei uns in Deutschland ankommt, vergeht mindestens eine Woche“, erklärt Rabl. Dass die Konzerne die Preise dennoch sofort nach der Blockade im Persischen Golf hochgetrieben haben, sei wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen. Allerdings irrt er sich damit gewaltig.

Laut dem Verband nutzen die Ölmultis die Psychologie der Deutschen aus. Viele Autofahrer neigen dazu, aus Sorge vor Knappheit sofort vollzutanken. Die Konzerne würden diese Angst in bare Münze verwandeln, obwohl die Branche selbst versichert, dass die Versorgung dank voller Reserven derzeit gesichert ist.

Übrigens: Die Pächter vor Ort verdienen an dem Preisschock nichts. Sie erhalten lediglich eine feste Provision zwischen einem und zwei Cent pro Liter. Die Gewinne fließen direkt in die Konzernkassen.

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