Probleme durch „Tanktouristen“

Autofahrer ignorieren deutsche Tankstelle


18.03.2026 – 12:03 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine Tankstelle in Egglfing: Kaum noch jemand hält hier an – wegen der hohen Spritpreise. (Quelle: Screenshot Google Maps)

Ein Tankstellenbetreiber bangt wegen der hohen Spritpreise um seine Existenz. Sein Hauptproblem liegt nur wenige Autominuten entfernt.

Karl Augenstein, der die Tankstelle im niederbayerischen Egglfing betreibt, sagte der „Süddeutschen Zeitung“: „Bei uns ist es sehr, sehr still geworden.“ Der Betrieb sei „massiv gefährdet“, so Augenstein. Seine Tankstelle liegt direkt an der deutsch-österreichischen Grenze. Im Nachbarland können Autofahrer deutlich günstiger tanken. Im Schnitt werden 20 bis 25 Cent pro Liter gespart.

Für Augenstein habe das existenzielle Folgen: Von 50 Prozent Umsatzeinbußen seit Beginn des Iran-Kriegs ist die Rede. „Der Tanktourismus hat massiv zugenommen“, so Augenstein. Zwar sei der Sprit in Österreich schon immer günstiger gewesen als in Deutschland, aber mittlerweile nähmen Autofahrer den etwas längeren Weg gern in Kauf.

Augenstein forderte in der „Süddeutschen Zeitung“ einen „richtigen Preisdeckel für Mineralölkonzerne“. An den stark gestiegenen Preisen verdiene er indes nichts. „Man verdient als Tankstelle in Deutschland nur noch wenig am verkauften Liter Benzin“, sagte Augstein, dessen Tankstelle in Egglfing bereits seit 1984 existiert. Er sei auf Impulskäufe der Laufkundschaft angewiesen. „Und die bleiben natürlich aus, wenn niemand mehr tankt.“

Die hohen Spritpreise beschäftigen die Politik in Deutschland seit Tagen. Mittlerweile haben sie sich bei gut zwei Euro stabilisiert. Die Bundesregierung will mit einer Regeländerung gegensteuern: Künftig sollen Tankstellen nur noch einmal am Tag, um 12 Uhr, die Preise erhöhen dürfen. Preissenkungen sollen immer möglich sein. Geplant sind außerdem bessere Möglichkeiten für das Bundeskartellamt, Preisaufschläge im Großhandel schnell zu überprüfen und zu stoppen. Die neue Regel soll spätestens Anfang April in Kraft treten.

In Österreich sind Preiserhöhungen an Tankstellen nur noch dreimal pro Woche erlaubt. Am Mittwoch kündigte die Regierung zusätzlich an, die Mineralölsteuer vorübergehend um jeweils fünf Cent pro Liter zu senken.

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