Suchthilfezentrum am Perlengraben kommt – Proteste am Rathaus

Proteste vor dem Rathaus

Suchthilfezentrum am Perlengraben kommt


Aktualisiert am 05.02.2026 – 19:07 UhrLesedauer: 3 Min.

Ein Protestschild gegen das geplante Suchthilfezentrum am Perlengraben: Vor dem Kölner Rathaus haben am Donnerstagnachmittag Dutzende Menschen demonstriert. (Quelle: Sebastian Hahn)

Der Kölner Rat ebnet den Weg für das geplante Suchthilfezentrum am Perlengraben in der Nähe des Neumarkts. Interessenvertreter kritisieren die Entscheidung heftig.

Die Stadt Köln darf ihr geplantes Suchthilfezentrum (SHZ) im Pantaleonsviertel einrichten. Der Kölner Stadtrat stimmte der Entscheidung am Donnerstag (5. Februar) mit Stimmen der Grünen, CDU, SPD, Linken, Volt, FDP/KSG, die Partei, BSW, sowie die Ratsgruppe Klimafreunde & GUT zu. Die AfD stimmten dagegen. Damit kann Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) sein im Wahlkampf angekündigtes Sicherheitskonzept fortsetzen. Im Vorfeld hatte es heftige Kritik an den Plänen am Perlengraben gegeben.

Unmittelbar vor der Ratssitzung am Donnerstag demonstrierten Anwohner und Mitglieder der IG erneut gegen die Pläne der Stadt Köln. Oberbürgermeister Burmester und Sozialdezernent Rau hatten betont, dass der Standort am Perlengraben als einziger die notwendigen Kriterien für ein neues SHZ erfüllen würde. Ziel ist es, den bisherigen Drogenkonsumraum am Neumarkt zu entlasten. Hintergrund ist vor allem der steigende Crackkonsum in der Drogenszene.

Dafür sei nicht nur ein Grundstück mit ausreichend Freifläche nötig, sondern auch entsprechender Sichtschutz. Außerdem soll das Projekt zeitnah umgesetzt werden. Die Nähe zum Kölner Neumarkt, wo sich die Drogenszene in der Stadt konzentriert, spielt bei der Entscheidung ebenfalls eine Rolle.

Sozialdezernent Rau sagte am Donnerstag im Rat: „Ein Suchthilfezentrum ist nicht Teil eines Problems, sondern ein Teil der Lösung. […] Es ist nur dann wirksam, wenn es szenenah ist. Darum haben wir in der Nähe des Neumarkts gesucht.“ Er habe großes Verständnis für die Fragen vieler Anwohner, die betroffen sind. Diese sollen im kommenden Jahr beantwortet werden. Rau ließ damit offen, ob der Betrieb noch 2031 starten kann.

Ratsfrau Mechthild Böll (Grüne) sagte in ihrer Rehe: „Wir werden das Kölner Modell in der Suchthilfe bauen und weiterentwickeln. Damit wollen wir den öffentlichen Raum sicherer machen.“ Die Grünen unterstützen die Pläne am Perlengraben ausdrücklich. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Bernd Petelkau sagte: „Wir brauchen ein Konzept, das die Probleme wirklich löst. In Zusammenarbeit mit Polizei, Ordnungsamt und auch medizinischer Betreuung.“

Petelkau erklärte weiter: „Die Menschen haben große Sorge, dass die Situation am Neumarkt eins zu eins in das Pantaleonsviertel übertragen wird. Ich bitte den Oberbürgermeister, das Projekt weiter eng im Blick zu behalten.“ Der SPD-Fraktionsvorsitzende Christian Joisten erklärte: „Crack ist die dominierende Substanz in der Kölner Drogenszene. Rund ein Drittel der Menschen ist obdachlos. [,,,] Köln braucht neue, wirksame Antworten. Das ist ein gesamtgesellschaftliche, auf jeden Fall eine gesamtstädtische Aufgabe,“

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