Jeder Autofahrer könnte längst sparen

Sprit-Studie deckt auf: Regierung verspielt Milliarden-Entlastung


Aktualisiert am 12.04.2026 – 16:38 UhrLesedauer: 2 Min.

Stillstand an der Zapfsäule: Trotz sinkender Ölpreise sparen Autofahrer derzeit nur, wenn sie langsamer fahren. (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON)

Der Ölpreis sinkt, doch bei den Preisen an der Zapfsäule kommt davon nichts an. Während Experten die Mineralölkonzerne kritisieren, legt Greenpeace offen, wie Autofahrer trotzdem Hunderte Euro sparen könnten – und zwar sofort.

Die Preise an den Tankstellen sinken zwar leicht, verharren aber auf hohem Niveau. In die Debatte um die hohen Kosten bringt eine aktuelle Studie nun eine politische Lösung ein: Ein Tempolimit könnte Haushalte massiv entlasten.

Spritpreis fällt nur um einen Cent

Im Vergleich zum Vortag sanken die Preise für E10 und Diesel am Sonntag lediglich um einen Cent. Laut ADAC kostete der Liter E10 mittags im Durchschnitt 2,164 Euro, Diesel lag bei 2,364 Euro.

Wer sparen will, muss vor allem auf die Uhrzeit achten. Kurz vor 12 Uhr war der Sprit noch rund zehn Cent günstiger, bevor die Preise zur Mittagszeit sprunghaft anstiegen.

ADAC kritisiert die Konzerne

Der Rohölmarkt bietet eigentlich Raum für deutlich niedrigere Preise. Die Sorte Brent verbilligte sich zuletzt um 4,5 Prozent, doch die Konzerne geben diesen Vorteil kaum an die Kunden weiter.

Der ADAC bemängelt, dass die Unternehmen ihre Spielräume für Preissenkungen nicht nutzen. Die aktuellen Preise seien gemessen am Ölmarkt schlicht zu hoch. Bislang verpuffte aber jede Kritik ohne Wirkung. Deshalb bringen Umweltschützer eine weitere Lösung ins Spiel.

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Studie: Tempolimit als Sparmodell

Eine Studie von Greenpeace untermauert die Forderung nach einem Tempolimit mit konkreten Zahlen. Demnach würden die Kosten deutlich sinken, wenn die Geschwindigkeit auf Autobahnen auf 100 km/h und auf Landstraßen auf 80 km/h begrenzt wird: Ein Durchschnittshaushalt spart so 239 Euro im Jahr. Wer einen Diesel fährt – oft Pendler mit langen Arbeitswegen –, behält sogar 331 Euro mehr im Portemonnaie. Insgesamt könnte Deutschland so 9,5 Milliarden Euro jährlich sparen.

Dieser Effekt erklärt sich nicht allein durch den geringeren Verbrauch bei niedrigerem Tempo. Auch die Routenwahl ändert sich: Kürzere Strecken über Land werden attraktiver, wenn der – häufig nur erhoffte – Zeitvorteil auf der Autobahn durch das Limit schrumpft.

Langsamer fahren, länger leben

Ein Tempolimit schont aber nicht nur das Ersparte, sondern rettet auch Leben. Eine Untersuchung der Ruhr-Universität Bochum zeigt: Allein die Einführung von Tempo 120 auf Autobahnen würde die Zahl der Verkehrstoten um ein Drittel senken. Das hieße: 58 Tote und 2.300 Verletzte weniger – jedes Jahr. Auch die Kosten für Unfälle würden um 216 Millionen Euro sinken.

Teures Tempo: Ein Limit auf Autobahnen würde Haushalten Hunderte Euro im Jahr sparen. (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON)

Dass weniger Geschwindigkeit mehr Sicherheit bedeutet, zeigt Frankreich. Seit auf Landstraßen Tempo 80 gilt, stoßen Autos deutlich seltener und weniger heftig zusammen. In Deutschland starben im vergangenen Jahr hingegen 2.814 Menschen auf den Straßen.

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