Neues über Cholesterinsenker

Statine könnten einen erfreulichen Nebeneffekt haben


04.11.2026 – 10:14 UhrLesedauer: 2 Min.

Tabletteneinnahme (Symbolbild): Allein in Deutschland bekommen Millionen Menschen Statine verordnet. (Quelle: StockPlanets/getty-images-bilder)

Statine kommen vor allem zum Einsatz, um den Cholesterinspiegel zu senken. Ihre Einnahme könnte laut einer neuen Studie aber auch den Augen zugutekommen.

Statine zählen weltweit zu den am meisten verordneten Medikamenten. Dank ihrer cholesterinsenkenden Wirkung schützen sie nachweislich vor Herzinfarkt und Schlaganfall. Eine große US-Studie hat kürzlich auf einen weiteren möglichen Schutzeffekt hingewiesen: Menschen, die Statine gegen erhöhte Cholesterinwerte einnehmen, erkranken seltener an einem Glaukom. Besteht bereits ein Glaukom, ist außerdem seltener eine intensivere Behandlung nötig.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel beziehungsweise die darin vorgestellte Studie bezieht sich ausschließlich auf die mit Abstand häufigste Form von Glaukom: das Offenwinkelglaukom.

Studie mit fast einer halben Million Menschen

Das Glaukom, auch grüner Star genannt, ist eine der häufigsten Ursachen für einen unumkehrbaren Sehverlust. Schuld daran ist oft ein erhöhter Augeninnendruck, der den Sehnerv zunehmend schädigt. Für gewöhnlich bleibt die Augenerkrankung lange unbemerkt, weil das zentrale Sehen zunächst unbeeinträchtigt ist.

Heilbar ist ein Glaukom nicht. Die Behandlung besteht darin, den Augeninnendruck mithilfe von Augentropfen, operativ oder per Lasereingriff zu senken: Das soll den fortschreitenden Sehverlust verlangsamen oder stoppen. Um herauszufinden, ob die Einnahme von Statinen mit einem geringeren Risiko für die Entstehung und das Fortschreiten eines Glaukoms verbunden sein könnte, wertete ein Forschungsteam aus den USA elektronische Gesundheitsdaten aus einem großen US-Forschungsnetzwerk aus.

Dabei ging das Forschungsteam der Frage nach, inwieweit sich das Risiko für die Entstehung eines Glaukoms bei Menschen mit und ohne Statintherapie unterscheidet. In diese Untersuchung flossen die Daten von über 421.000 Personen ein, von denen genau die Hälfte Statine eingenommen hatte und die andere nicht.

Zudem untersuchte das Team anhand der Daten von fast 60.000 Menschen mit einem bereits diagnostizierten Glaukom, wie sich dessen Behandlung mit und ohne Statintherapie entwickelte. Auch in dieser Gruppe hatte die eine Hälfte Statine eingenommen und die andere nicht.

Unterschiede bei der Diagnose und Behandlung

Die Auswertung ergab: Von denjenigen, die Statine einnahmen, entwickelten innerhalb von fünf Jahren 2,3 Prozent ein Glaukom. In der Vergleichsgruppe waren es hingegen 2,6 Prozent. Statistisch gesehen bestand unter der Statintherapie ein um etwa 15 Prozent geringeres Risiko, neu an einem Glaukom zu erkranken. Auch nach zehn Jahren zeigte sich noch ein – allerdings geringerer – Unterschied zugunsten der Statingruppe.

Bei einem bereits bekannten Glaukom war die Einnahme von Statinen mit einer weniger häufigen Verordnung augeninnendrucksenkender Augentropfen verbunden. Zudem wurde die Glaukombehandlung seltener ausgeweitet: Sowohl Lasereingriffe als auch operative Behandlungen fanden in der Statingruppe weniger häufig statt.

Was bedeuten die Ergebnisse?

Die Ergebnisse legen nahe, dass Statine möglicherweise über ihre bekannte Wirkung hinaus einen günstigen Einfluss auf das Auge haben. Allerdings stammen sie aus einer reinen Beobachtungsstudie, was bedeutet: Die Studie zeigt nur einen Zusammenhang zwischen Statinen und einem niedrigeren Glaukomrisiko – sie liefert keinen Beleg dafür, dass die Medikamente dies direkt bewirken.

Eindeutig bewiesen ist hingegen, dass zu viel LDL-Cholesterin im Blut die Entstehung von Arteriosklerose fördert und somit Herzinfarkte und Schlaganfälle verursachen kann – und dass Statine davor schützen können. Wer ein Statin zur Senkung seines Herz-Kreislauf-Risikos verordnet bekommt, profitiert also davon – ob mit oder ohne Zusatzeffekt auf die Augen.

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