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Home » Studie zeigt mögliche Anzeichen von Selbstdomestizierung bei Waschbären
Leben

Studie zeigt mögliche Anzeichen von Selbstdomestizierung bei Waschbären

Von zeit-heute.deNovember 26, 20252 Min Gelesen
Studie zeigt mögliche Anzeichen von Selbstdomestizierung bei Waschbären
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Studie zeigt mögliche Anzeichen von Selbstdomestizierung bei Waschbären

Neue Studie deckt Hinweise auf

Sind Waschbären dabei, sich selbst zu domestizieren?


26.11.2025 – 14:52 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Ein Waschbär: In Deutschland gilt die Art als invasiv. (Quelle: IMAGO/Martin Wagner)

Städtische Waschbären entwickeln laut einer Studie kürzere Schnauzen als ihre ländlichen Artgenossen. Das könnte auf einen Domestizierungsprozess hindeuten.

Immer mehr wilde Tiere machen sich den urbanen Raum zu eigen. Regelmäßig sieht man in den sozialen Medien Videos von Wildschweinen, die wie selbstverständlich am helllichten Tag durch die Straßen von Großstädten schlendern, oder in Müll wühlenden Waschbären.

So putzig die flauschigen Waschbären aber auch sind, so wild sind sie – noch. Denn möglicherweise gibt es Hinweise darauf, dass sich die aus Nordamerika stammenden Kleinbären selbst domestizieren. Unter Domestizierung versteht man eigentlich, die Zähmung und Züchtung wildlebender Tiere durch den Menschen. Forscher der University of Arkansas in den USA fanden nämlich Hinweise darauf, dass sich Waschbären zu verändern scheinen.

Laut der Studie, die in dem Fachjournal Frontiers in Zoology erschienen ist, wurden insgesamt über 19.000 Bilder von Waschbären analysiert. Dabei fiel den Forschern auf, dass die Schnauzenlänge bei Tieren in menschennahen Umgebungen signifikant kürzer als bei jenen in ländlichen Regionen. Das ist ein Merkmal, das zu dem sogenannten „Domestication Syndrome“ gehört.

Das „Domestication Syndrome“ beschreibt eine Reihe von Merkmalen, die bei domestizierten Tieren oft auftreten. Dazu zählen kürzere Schnauzen, ein kleinerer Schädelbau, andere Fell- oder Pigmentmuster, verringerte Aggressivität oder Zahngröße. Forscher setzen diese Veränderungen mit einer veränderten Entwicklung neuraler Stammzellen in Verbindung.

Dass diese Merkmale nun auch bei wildlebenden, aber städtisch angepassten Waschbären beobachtet werden, wirft die Frage auf, ob die Urbanisierung bereits evolutionär-wirksame Kräfte entfalten – eine Art „heimliche“ Domestizierung.

Die Ergebnisse liefern zumindest neue Argumente dafür, dass Domestizierung nicht zwingend menschliche Zucht – also Zähmung und gezielte Fortpflanzung – voraussetzt, sondern durch Anpassung an menschliche Lebensräume entstehen kann.

Gleichzeitig ist eine kürzere Schnauze allein kein endgültiger Beweis für eine beginnende Domestizierung. Weitere Merkmale und langfristige genetische Studien werden nötig sein, um zu bestätigen, ob hier ein echter Evolutionsprozess hin zu haustierähnlichen Waschbären stattfindet.

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