Stromversorgung im Berliner Südwesten ist angelaufen

Brandanschlag

Stromversorgung im Berliner Südwesten ist angelaufen

Aktualisiert am 07.01.2026 – 11:22 UhrLesedauer: 3 Min.

Die Stromversorgung im Berliner Südwesten ist wieder angelaufen. (Quelle: Britta Pedersen/dpa/dpa-bilder)

Der Strom fließt wieder im Berliner Südwesten, nachdem ein mutmaßlicher Anschlag die Versorgung in dem Gebiet tagelang vollständig lahmgelegt hat. Nicht alle Haushalte sind sofort wieder am Netz.

Nach dem tagelangen großflächigen Stromausfall im Berliner Südwesten ist die Energieversorgung für das betroffene Gebiet wieder angelaufen. Schrittweise sollten in den nächsten Stunden sämtliche Haushalte wieder Strom haben, teilte ein Sprecher der landeseigenen Stromnetzgesellschaft mit. Bereits in der Nacht konnte die entscheidende provisorische Kabelverbindung wieder hergestellt und positiv getestet werden, hieß es.

„Bevor der Strom jedoch für alle wieder da ist, wird es für einige der bereits wiederversorgten Kunden im ursprünglich betroffenen Gebiet zu einer circa 15 Minuten langen Stromunterbrechung kommen“, teilte Stromnetz Berlin weiter mit. „Ähnlich wie bei einem Wechsel eines Steckers zu einer anderen Steckdose wird so die Wiederversorgung über die provisorische Leitung am Teltowkanal sichergestellt.“

Im Verlauf des Vormittags wurden kritische Einrichtungen wie Krankenhäuser und Pflegedienste informiert, dass der Strom bald wieder fließen könne. Per Warnsystem wurden auch die Verbraucherinnen und Verbraucher aufgefordert, Notstromaggregate vom Netz zu nehmen, um Schäden zu vermeiden.

Im Laufe des Tages sollte die Versorgung in sämtlichen Haushalten aber stabil laufen. Die Behörden riefen die Menschen auf, unmittelbar nach der Zuschaltung zum Stromnetz keine Geräte mit starkem Stromverbrauch zu benutzen. Genannt wurden beispielsweise Waschmaschinen, Wäschetrockner, Wasserkocher, Heizlüfter oder Ladestationen für E-Fahrzeuge.

Der Stromausfall infolge eines Anschlags auf eine Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf war den Angaben zufolge der längste der Nachkriegsgeschichte in der Hauptstadt. Seit Samstagmorgen waren 45.000 Haushalte und 2.200 Betriebe ohne Strom. Nach Angaben des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) waren insgesamt rund 100.000 Menschen von dem Blackout betroffen. Berlin hatte am Sonntag eine sogenannte Großschadenslage ausgerufen.

Nach und nach kamen bereits in den vergangenen Tagen immer mehr Haushalte wieder ans Netz. Um die Gesamtversorgung möglichst rasch wieder herzustellen, arbeitete die Stromnetz-Gesellschaft an einer provisorischen Lösung: Zwei Leitungen mit besonders großer Transportkapazität wurden am Umspannwerk Dahlem miteinander verbunden. Die Arbeiten gestalteten sich kompliziert, zum einen wegen der niedrigen Temperaturen und zum anderen aufgrund der unterschiedlichen Materialien der beiden Kabel.

Zu dem Brandanschlag im Bezirk Steglitz-Zehlendorf hatte sich eine linksextremistische Gruppierung bekannt. Bei den Ermittlungen zu den Tätern gibt es noch keine Ergebnisse. Die Polizei sprach von sehr umfangreicher Tatortarbeit.

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat inzwischen die Ermittlungen übernommen. Aus Sicht der obersten deutschen Strafverfolgungsbehörde besteht der Verdacht auf verfassungsfeindliche Sabotage, Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Brandstiftung und Störung öffentlicher Betriebe.

In einem Bekennerschreiben hatte eine der linksextremistischen „Vulkangruppen“, die seit 2011 vor allem in Berlin und Brandenburg immer wieder Brandanschläge auf die öffentliche Infrastruktur verübt haben sollen, die Tat für sich reklamiert.

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