
Angebliche „Vulkangruppe“ meldet sich
Neues Schreiben auf „Indymedia“ löst Verwirrung aus
Aktualisiert am 07.01.2026 – 15:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine „Vulkangruppe“ genannte Organisation bekennt sich zum Anschlag auf das Berliner Stromnetz, die Polizei hält ein Bekennerschreiben für authentisch. Jetzt löst ein neues Schreiben Wirbel aus.
Auf „Indymedia“ kann jeder veröffentlichen – unter beliebigem Namen. Ob das Schreiben authentisch ist, bleibt damit unklar. In der Vergangenheit hatten wiederholt angebliche Bekennerschreiben Wirbel ausgelöst, die sich im Nachhinein als falsch herausstellten. Eine Sprecherin der in dem Fall ermittelnden Bundesanwaltschaft konnte t-online auf Anfrage keine Details nennen.
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Das Schreiben wurde in der Nacht auf Mittwoch online gestellt. Der Absender wird auf der Plattform mit „Vulkangruppe“ angegeben. In dem Schreiben heißt es: „Wir melden uns, weil in unserem Namen gesprochen wird, gehandelt wird, veröffentlicht wird, ohne dass es unser Handeln ist.“
Ziele der „Vulkangruppe“ seien seit jeher „Bundeswehreinsätze, deutsche Kriegsbeteiligung und Waffenexporte“ gewesen. „Wir wollten Unterbrechung, nicht Eskalation. Störung von Normalität, nicht ihre Zerstörung.“
Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Jahr 2014, heißt es in dem Text weiter, habe die Gruppierung ihre Mittel und Protestformen überdacht. „Wir distanzieren uns ausdrücklich von allen Aktionen der letzten Jahre, die unter unserem Namen oder mit Bezug auf uns durchgeführt wurden.“
Das Schreiben steht in fundamentalem Widerspruch zu früheren mutmaßlichen Bekennerschreiben nach dem Brandanschlag auf mehrere Hochspannungsleitungen in Berlin, deren Autoren sich ebenfalls als „Vulkangruppe“ bezeichnet hatten. Noch am Dienstagabend wurde auf der linken Seite „Knackpunkt News“ ein Schreiben mit dem Titel „Den Herrschenden den Saft abdrehen – Richtigstellung“ veröffentlicht. Darin äußern sich die Autoren zu Spekulationen, Russland könne etwas mit der Tat zu tun haben. „Diese Spekulationen sind nichts weiter als der Versuch, die eigene Ohnmacht zu kaschieren“, hieß es.
Ein erstes Bekennerschreiben, das am Sonntag auf „Indymedia“ veröffentlicht worden war, hatten die Behörden als authentisch eingestuft. Darin bekennt sich die „Vulkangruppe“ zu dem Anschlag, der nach ihren Angaben „die Reichen“ treffen sollte. „Wir haben heute Nacht das Gaskraftwerk in Berlin-Lichterfelde erfolgreich sabotiert“, hieß es in dem Text. Sowohl der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner (CDU), als auch die Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hatten betont, man müsse von „Linksterrorismus“ sprechen.