
Frag t-online
Warum sind Netzentgelte für Strom und Gas nicht einheitlich?
19.02.2026 – 07:41 UhrLesedauer: 3 Min.
Jeden Tag beantwortet ein Experte aus der t-online-Ratgeberredaktion eine Leserfrage rund ums Geld. Heute geht es um die Strom- und die Gaspreise.
Dieser Umstand löst bei einem t-online-Leser Unmut aus. Er fragt, warum die Netzentgelte nicht bundesweit einheitlich sind. „Ein Solidarprinzip wäre gerechter“, findet er.
Es gibt mehrere Gründe, warum die Netzentgelte für Strom und Gas bisher nicht einheitlich waren. Dazu muss man verstehen, wer die Netzentgelte erhebt. Das sind die Unternehmen, die die Netze besitzen und somit für deren Instandhaltung und Ausbau verantwortlich sind. Die Netzbetreiber gibt es auf zwei Ebenen:
Die ÜNB bzw. Fernleitungsnetzbetreiber sind für das überregionale System verantwortlich und transportieren Energie auch über nationale Grenzen hinweg. Die VNB bringen diese Energie direkt zu den Haushalten und Unternehmen. VNB sind oft, aber nicht immer, lokale Stadtwerke.
Von diesen Unternehmen gibt es Hunderte: rund 900 Stromnetzbetreiber und 700 Gasnetzbetreiber. Jedes dieser Unternehmen hat eigene Verpflichtungen, Prioritäten und Kosten. Sie alle erheben ihre eigenen Netzentgelte, je nachdem, welche Bedingungen und Bedürfnisse jeweils vor Ort relevant sind. Genauso wie unterschiedliche Bäcker ihre Brötchen zu unterschiedlichen Preisen anbieten, verlangen die Netzbetreiber unterschiedliche Gebühren für die Netznutzung.
Anders als beim Bäcker haben Strom- und Gaskunden aber keine Wahlmöglichkeiten. Den Strom- und Gastarif kann man zwar wechseln, die Höhe des zu zahlenden Netzentgelts bleibt innerhalb eines Gebiets aber immer gleich. Strom- und Gasnetze sind sogenannte „natürliche Monopole“ – es gibt keinen Wettbewerb zwischen den Anbietern. Deshalb werden die Netzentgelte von der Bundesnetzagentur überwacht. Die Höhe der Netzentgelte darf nicht ins Unendliche steigen. Die zentrale Aufsichtsbehörde entscheidet, ob die Höhe der erhobenen Entgelte angemessen ist.