Zu viel Druck

Wie sich Stress im Kopf bemerkbar macht


Aktualisiert am 22.07.2026 – 07:21 UhrLesedauer: 4 Min.

Eine junge Frau mit schmerzverzerrtem Gesicht greift sich an die Schläfen (Symbolbild): Kopfschmerzen können ein Warnsignal für zu viel Stress sein. (Quelle: AntonioGuillem/getty-images-bilder)

Psychische Belastungen, körperliche Anspannung und Schlafmangel können Kopfweh verursachen. Was hilft gegen solche stressbedingten Kopfschmerzen?

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Alltagsbeschwerden. Besonders oft handelt es sich um Schmerzen vom Spannungstyp, die sich typischerweise durch einen dumpfen, schmerzhaften Druck im Kopf bemerkbar machen. Die zweithäufigste Kopfschmerzart ist Migräne. Sie ist durch intensive, pochende Kopfschmerzattacken gekennzeichnet. Bei beiden Kopfschmerztypen kann Stress eine Rolle spielen. Oftmals helfen kleine Anpassungen, dem Schmerz entgegenzuwirken.

Stress geht auf den Kopf

Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e. V. (DMKG) betont den Zusammenhang von Kopfschmerzen und Stress: Psychologische Faktoren spielen den Fachleuten zufolge eine nicht zu unterschätzende Rolle sowohl bei der Entstehung als auch bei der Aufrechterhaltung von Kopfschmerzen.

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Spannungskopfschmerzen und Stress

Spannungskopfschmerzen und Migräne verursachen etwa 90 Prozent der Kopfschmerzen. Der Kopfschmerz vom Spannungstyp ist häufiger als Migräneattacken. Die Ursachen sind nicht abschließend geklärt. Bekannt sind bestimmte Faktoren, welche das Auftreten der Schmerzen im Kopf begünstigen. Bei manchen Menschen treten die Beschwerden unter Stress verstärkt auf. Auch Menschen mit Depressionen oder Angsterkrankungen haben häufig mit Kopfschmerzen zu kämpfen.

Entspannungstechniken sind neben medikamentösen Therapien Bestandteil der Behandlung. Bei der Behandlung von Spannungskopfschmerzen stehen nicht-medikamentöse Behandlungsverfahren im Vordergrund, darunter die progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Stressbewältigungstraining, leichte sportliche Betätigung, Biofeedback sowie kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze. Psychologisch-verhaltensmedizinische Methoden kommen auch bei Depressionen und Angst zum Einsatz.

Kann Stress Migräneattacken auslösen?

Für Menschen mit Migräne kann Stress ebenfalls ein Trigger sein. Möglicherweise treten die Kopfschmerzattacken dann zeitverzögert auf – nach dem Stress in den Ruhephasen, etwa am Wochenende oder im Urlaub. Ein stressiger und hektischer Alltag kann aber auch andere Kopfschmerzen fördern.

Warum Stress das Kopfschmerzrisiko erhöht

Unter Stress kommen verschiedene Einflüsse zusammen, die das Risiko für Spannungskopfschmerzen und Migräne zusätzlich erhöhen können:

  • vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen
  • angespannte Körperhaltung
  • körperliche Verspannungen
  • unregelmäßiger Tagesablauf
  • Schlafmangel
  • ungesunder Lebensstil (etwa wenig Bewegung, ungesundes Essen, zu geringe Flüssigkeitszufuhr)
  • ein erhöhter Konsum von Zigaretten und Alkohol
  • zu häufige Einnahme von Schmerzmitteln gegen Kopfschmerzen

Entspannungsverfahren wirken Kopfweh entgegen

Ein ausbalancierter Lebensstil hingegen kann einen positiven Effekt auf Kopfschmerzen haben. Kopfschmerzen sind ein Signal, dass der Körper Regeneration braucht. Fachleute empfehlen, die medikamentöse Therapie durch psychologische Verfahren wie Selbstbeobachtung, Selbstmanagement, kognitive Verhaltenstherapie, Training sozialer Kompetenzen, Entspannungsverfahren, Achtsamkeit, Biofeedback und andere zu ergänzen.

Entspannungsverfahren, Verfahren der kognitiven Verhaltenstherapie und Biofeedback können den Empfehlungen zufolge auch statt der medikamentösen Prophylaxe eingesetzt werden: Psychologische Verfahren sind im Vergleich zur konventionellen medikamentösen Prophylaxe in vielen Fällen gleich effektiv.

Der Einfluss von Stresshormonen

Eine Einflussgröße bei Stress ist die vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen. Stress versetzt den Körper in einen Alarmzustand. Der Körper bereitet sich auf Flucht oder Kampf vor – ein Überbleibsel aus früheren Zeiten. Hierfür schüttet er verstärkt Stresshormone aus, etwa Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol. Das hat Folgen. Unter anderem verengen sich die Blutgefäße, die Muskeln im Nacken- und Schulterbereich spannen sich an und auch die Schmerzverarbeitung im Gehirn verändert sich.

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