Streit um EU-Regeln

Neue Siri bleibt auf europäischen iPhones vorerst gesperrt


06.10.2026 – 14:58 UhrLesedauer: 2 Min.

Siri AI auf Smartphone: EU-Regeln bremsen Apples KI-Start weiter aus. (Quelle: ZUMA Press Wire/imago)

Der Streit zwischen Apple und der EU-Kommission um Siri AI zieht sich hin. Nun gibt es Hinweise, dass Apple die Verzögerung womöglich bewusst herbeiführt.

Apple hat die neue Sprachassistenz Siri AI für iPhones und iPads in der EU weiterhin nicht freigegeben. Nach einem Bericht des in der Regel gut informierten Bloomberg-Journalisten Mark Gurman dürfte es selbst im günstigsten Fall noch rund fünf Monate dauern, bis das System auch hierzulande startet – konkret bis etwa Ende März 2027. Eine längere Verzögerung hält Gurman ebenfalls für möglich, die Gespräche zwischen Apple und der EU-Kommission kommen seinen Angaben zufolge nicht voran.

Siri AI gehört in anderen Regionen längst zu iOS 27, dem aktuellen iPhone-Betriebssystem. Für die EU hatte Apple bereits im Juni angekündigt, das System zunächst nicht unter iOS 27 und iPadOS 27 anzubieten. Auf dem Mac lässt es sich dagegen auch hier nutzen, sofern eine unterstützte Sprache wie Englisch eingestellt ist.

Streit um den Zugang zum Betriebssystem

Hintergrund ist der Digital Markets Act, ein EU-Gesetz für besonders große Digitalkonzerne. Wer darunter fällt, muss zentrale Dienste für Wettbewerber öffnen und darf eigene Angebote nicht ohne Weiteres bevorzugen. Für Siri AI bedeutet das, dass konkurrierende KI-Assistenten vergleichbaren Zugriff auf die Geräte bekommen müssten wie Apples eigenes System.

Genau das lehnt Apple ab und verweist auf Risiken für Datenschutz und Sicherheit. Der Konzern erklärte im Juni, er habe mehrere Vorschläge vorgelegt, die europäischen Regulierungsbehörden hätten diese aber nicht akzeptiert. Vorgeschlagen hat Apple unter anderem einen „Trusted System Agent“, eine Zwischenschicht im System. Fremde Assistenten sollen darüber nur die Daten für eine konkrete Anfrage erhalten, statt dauerhaft auf E-Mails, Nachrichten oder Fotos zugreifen zu können.

Die EU-Kommission widerspricht. Nach ihrer Auffassung verhindert das Gesetz den Start von Siri AI nicht, Apple müsse den Dienst nur so anbieten, dass Drittanbieter mit Zustimmung der Nutzer vergleichbare Zugriffsmöglichkeiten erhielten. Von Behördenseite hieß es zudem, Apple habe weder Schnittstellen noch Unterlagen vorgelegt, sondern eine Ausnahme von mindestens eineinhalb Jahren verlangt.

Bislang nur auf US-Englisch nutzbar

Gurman geht davon aus, dass Apple den Start bewusst hinauszögert. Unzufriedene Kunden in Europa könnten demnach den Druck auf die Kommission erhöhen, damit diese Apple bei den Vorgaben entgegenkomme. Das Unternehmen hat eine solche Strategie nicht bestätigt.

Vollständig nutzbar ist Siri AI bislang ohnehin nur auf US-Englisch, einschließlich der Steuerung per Sprache. Weitere Sprachen sollen folgen, genannt werden Französisch, Spanisch, Japanisch, Koreanisch und Portugiesisch.

Einen Termin für den Start unter iOS und iPadOS hat Apple bisher nicht genannt. Bei Apple Intelligence vergingen 2025 zwischen der Einführung außerhalb der EU und der Freigabe in Deutschland samt deutscher Sprachunterstützung fünf Monate.

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