Lebensbedrohliche Krankheit

Streit um Ebola-Toten: Klinik im Ostkongo angezündet

22.05.2026 – 00:38 UhrLesedauer: 2 Min.

Mitarbeiter des Roten Kreuzes tragen die Leiche eines an Ebola Verstorbenen in Rwampara, Kongo. (Quelle: Moses Sawasawa/dpa)

Wütende Angehörige fordern die Herausgabe einer Ebola-Leiche – doch die Ärzte halten die Infektionsgefahr für zu hoch. Dann eskaliert der Streit.

Im Streit um die Leiche eines Ebola-Toten ist ein Krankenhaus im Osten der Demokratischen Republik Kongo in Brand gesetzt worden. Nach Tumulten zwischen Angehörigen und Ärzten brannten zwei Behandlungszelte in Rwampara in der Provinz Ituri nieder. Die Familie des Mannes, der mit Ebola-Symptomen gestorben war, habe die Leiche für eine Bestattung abholen wollen, doch die Ärzte hätten dies verweigert, sagte der zuständige Anführer der Volksgruppe Bahema, Batangura Zamundu, der Deutschen Presse-Agentur.

Vier Patienten hätten sich retten können, während in dem anderen Zelt eine Leiche verbrannt sei, sagte Zamundu. Der Streit zwischen Angehörigen und Ärzten sei davor eskaliert. „Es kam zu Steinwürfen. Ich rief die Polizei, aber sie traf zu spät ein. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Demonstranten bereits zwei Zelte in Brand gesetzt, die als Teil der Hilfsmaßnahmen aufgestellt worden waren.“ Ein Mediziner bestätigte den Vorfall.

Die Leiche eines Menschen, der an Ebola gestorben ist, ist hoch ansteckend und muss daher nach bestimmten Regeln begraben werden. Die Gefahr für Angehörige und Bestatter ist sehr hoch, zumal in der Region das Waschen und Berühren von Toten üblich ist.

Kongo: Flammen und Rauch steigen aus einem Ebola-Behandlungszentrum auf. (Quelle: Dirole Lotsima Dieudonne)

Ebola-Zahlen steigen rasch

Unterdessen steigen die Ebola-Infektionszahlen im Osten der Demokratischen Republik Kongo weiter rasch an. Mittlerweile gibt 671 Verdachtsfälle und 160 vermutete Todesfälle, wie das kongolesische Gesundheitsministerium mitteilte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte zuvor noch von fast 600 Verdachtsfällen und mehr als 130 vermuteten Todesfällen gesprochen.

Im Nachbarland Uganda meldeten die Behörden keine neuen Infektionen bis auf die zwei bereits bekannten Fälle bei Eingereisten aus dem Kongo. Es gebe derzeit keinen Ausbruch auf ugandischem Territorium, teilte das ugandische Außenministerium mit.

Die WHO geht allerdings davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Infektionen deutlich höher liegt, weil nicht alle Krankheitsfälle gemeldet werden. Einige Dutzend Fälle wurden bislang im Labor bestätigt.

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