Strecke Hamburg–Berlin

Streit über Ersatzverkehr führt zu enormen Bus-Chaos

07.03.2026 – 07:55 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Bahnstrecke Berlin-Hamburg wird derzeit saniert: Statt Bahnen kommen in erster Linie Busse zum Einsatz. (Quelle: Jens Büttner/dpa/dpa-bilder)

Weil die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin saniert wird, fahren Busse statt Zügen. Doch das Angebot löst Ärger aus: marode Fahrzeuge, Ausfälle und ein Streit über Leasingkosten.

Der Ersatzverkehr für die gesperrte Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin steckt in Schwierigkeiten. Fahrgäste berichten von alten Bussen, Ausfällen und fehlenden digitalen Informationen. Hintergrund ist ein Streit zwischen der Betreibergesellschaft Ecovista und einem Investor.

Seit August organisiert Ecovista im Auftrag der Deutschen Bahn den Busverkehr zwischen den Städten, weil die Strecke wegen umfangreicher Bauarbeiten gesperrt ist. Dafür setzte das Unternehmen zunächst rund 200 neue Busse ein, die laut Ecovista-Chef Michael Bader geleast waren.

Ende Februar kündigte das Unternehmen jedoch den Leasingvertrag – nach eigenen Angaben wegen zu hoher Raten. Die Fahrzeuge wurden kurzfristig durch gebrauchte Busse ersetzt, die Ecovista auf dem freien Markt beschaffte. Diese erfüllen jedoch nicht die mit der Bahn vereinbarten Qualitätsstandards.

Die Deutsche Bahn hat das Unternehmen deshalb bereits abgemahnt. Sollte der Ersatzverkehr nicht schnell wieder vertragsgerecht funktionieren, könnten andere Anbieter beauftragt werden. Viele Fahrgäste auf der wichtigen Verbindung zwischen Hamburg und Berlin klagten zuletzt über den Zustand der Fahrzeuge. Teilweise funktionierten auch digitale Fahrgastinformationen nicht.

Bader räumt Probleme ein, verspricht aber Besserung. Marode Busse seien bereits aus dem Verkehr gezogen worden. Die Echtzeitdaten sollen wieder funktionieren und auch im DB Navigator erscheinen. Außerdem sollen die Fahrzeuge nach und nach wieder mit WLAN und USB-Steckdosen ausgestattet werden.

Nach Angaben des Unternehmens gab es zuletzt rund 20 Ausfälle bei etwa 1.230 täglichen Fahrten. „Wir waren vorher besser“, sagte Bader. „Aber wir sind auf dem Weg.“

Parallel spitzt sich der Konflikt mit dem Investor zu, der die neuen Busse finanziert hatte. Bader kündigte eine Klage wegen Wuchers an. Die Leasingraten hätten ein Mehrfaches des marktüblichen Niveaus betragen.

Die Fahrzeuge stehen derzeit weiterhin in den Depots von Ecovista und gelten als Sicherheit im anstehenden Rechtsstreit. Ziel sei es, die Zusammenarbeit mit dem Investor komplett zu beenden, so Bader.

Für Reisende aus Hamburg bleibt die Lage damit vorerst unsicher. Die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin soll noch mindestens bis Ende April gesperrt bleiben – möglicherweise sogar länger. Bis dahin müssen Fahrgäste weiter auf Busse ausweichen.

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