Lufthansa und Eurowings

Nächster Streik: Hamburger Flughafen informiert


11.04.2026 – 21:53 UhrLesedauer: 3 Min.

Abfertigungshalle des Helmut Schmidt Airports: In der kommenden Woche wird erneut gestreikt. (Quelle: IMAGO/imago)

Bei der Lufthansa wird zu Beginn der neuen Woche gestreikt. Das trifft aller Wahrscheinlichkeit auch den Hamburger Flughafen.

Bei der Lufthansa bahnt sich der nächste Arbeitskampf an: Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat die Piloten der Lufthansa-Gruppe für kommenden Montag und Dienstag zum Streik aufgerufen. Im Gegensatz zum Streik des Kabinenpersonals vom vergangenen Freitag trifft der Ausstand dieses Mal nicht nur die Muttergesellschaft und Lufthansa Cityline – auch die Tochtergesellschaft Eurowings ist von dem Arbeitskampf betroffen.

Der Hamburger Flughafen informiert am Samstagabend, dass am Montag jeweils zwölf Flüge nach und von Frankfurt und weitere zwölf jeweils von und nach München von der Lufthansa geplant seien. Am Dienstag sind es nach Angaben des Flughafens 13 Ankünfte und Abflüge nach Frankfurt und zwölf von und nach München jeweils. Erfahrungsgemäß käme es zu Streichungen oder Änderungen bei den betroffenen Lufthansa- und Eurowings-Flügen, sagt der Flughafen.

Bei Eurowings sind ab Hamburg 23 verschiedene Flugziele für den 13. April geplant, informiert der Airport. Die Ziele: Barcelona, Budapest, Düsseldorf, Faro, Fuerteventura, Graz, Hurghada, Las Palmas (Gran Canaria), London, Mailand, Málaga, München, Nizza, Palma de Mallorca, Paris, Rom, Salzburg, Stockholm, Stuttgart, Thessaloniki, Venedig, Wien, Zürich. Insgesamt sind es 41 Abflüge und Ankünfte von Eurowings, die am Montag stattfinden sollten. Bei der Tochtergesellschaft soll lediglich Montag gestreikt werden.

VC-Präsident Andreas Pinheiro sagt: „Die Vereinigung Cockpit sieht sich zu diesem Schritt gezwungen, nachdem die Arbeitgeberseite in mehreren Tarifkonflikten keinen erkennbaren Willen zu einer Lösung zeigt.“ Trotz eines bewussten Verzichts auf Streikmaßnahmen über die Osterfeiertage seien ernst zu nehmende Angebote ausgeblieben. Weiter sagte Pinheiro: „In dieser Zeit gab es weder eine Reaktion noch erkennbare Gesprächsbereitschaft seitens der Arbeitgeber.“

Nach VC-Angaben liegt weder bei Lufthansa und Lufthansa Cargo ein Angebot zur betrieblichen Altersversorgung vor, noch gibt es bei Lufthansa Cityline ein tragfähiges Angebot für einen neuen Vergütungstarifvertrag. Bei Eurowings sei das vorgelegte Angebot zur betrieblichen Altersversorgung inakzeptabel und bewege sich „auf einem derart niedrigen Niveau, dass es diesen Namen kaum verdient“.

Die Lufthansa reagierte mit Unverständnis auf den Streikaufruf. „Die heutige Streikankündigung der Spartengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) stellt eine völlig neue Stufe der Eskalation dar“, sagte ein Unternehmenssprecher. Ihre Kernforderung nach Verdopplung einer ohnehin schon überdurchschnittlichen und exzellenten betrieblichen Altersvorsorge sei absurd und unerfüllbar.

VC betonte, man sei weiterhin gesprächsbereit. „Die Arbeitgeberseite hat jederzeit die Möglichkeit, den Streik abzuwenden, indem sie verhandlungsfähige Angebote vorlegt“, erklärte Pinheiro. „Ein Streik ist immer das letzte Mittel, um Bewegung in gescheiterte Verhandlungen zu bringen. Wir hätten sehr gerne darauf verzichtet – insbesondere vor dem Hintergrund der Belastungen für unsere Passagiere sowie für die Kolleginnen und Kollegen am Boden. Die Verantwortung hierfür liegt jedoch bei der Arbeitgeberseite“, so Pinheiro.

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