Der Veedelszoch in Zollstock fällt im kommenden Jahr aus. Stephan Brings macht sich deshalb Sorgen um die Zukunft des Karnevals in Köln.

Die Tage werden kürzer, der Winter lässt sich nicht mehr aufhalten. Jetzt kommt in vielen Teilen unseres Landes eine graue, kalte Zeit. Wir Kölschen und Rheinländer sind da ja aber eigentlich ganz gut aufgestellt. In Deutschland herrscht Schmuddelwetter, doch in Kölle is Fastelovend angesagt!

Das ist echt etwas ganz Besonderes, das gibt’s so nicht noch mal auf der Welt. Am 11.11. und dann noch mal von Anfang Januar bis Aschermittwoch können wir der Tristesse und der Dunkelheit entfliehen. In Kneipen wird gesungen und geschunkelt, in den Sälen der Stadt geht eine Sitzung und Party nach der anderen über die Bühne. Und das zieht sich über Wochen.

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Absage des Veedelszochs in Zollstock „ist umso trauriger“

Aber wer macht das eigentlich alles? Wer kümmert sich jedes Jahr aufs Neue um die Programme, die Planung und um die Finanzierung? Die Vereine, Gesellschaften und immer öfter kommerzielle Veranstalter. Aber vor allem sind es die unzähligen Jecken im Ehrenamt. Ich weiß vom Präsidenten meiner eigenen kleinen Karnevalsgesellschaft, dass er immer im „Job“ ist. Immer auf Empfang, immer auf der Suche nach Unterstützung und Hilfe für die Durchführung der zwei großen Sitzungen in der Session.

Den Verein am Leben halten. Das geht nur mit Leidenschaft und einfach ist das nicht. Und das alles für Kölle, alles ohne persönlichen Vorteil. Abgesehen über die Freude, wenn so ein Abend ein Erfolg wird.

Brings-Bassist Stephan Brings (Archivfoto). (Quelle: Oliver Langel/imago)

Zur Person

Stephan Brings wurde als Bassist an der Seite seines Bruders Peter in der Kölschrock-Band Brings bekannt. Für t-online schreibt er eine regelmäßige Kolumne über alles, was uns Menschen im Rheinland bewegt.

Da ist die Nachricht, dass es den Veedelszoch in Zollstock nächstes Jahr nicht mehr geben wird, umso trauriger. Es fehlt an Geld und Unterstützung. Auch die Karnevalsumzüge in den Veedeln am Karnevalsdienstag sind Ehrenamtsereignisse! Ohne engagierte Karnevalisten in den Veedeln läuft gar nix. Aber auch diese Helden des jecken Treibens sind auf Hilfe angewiesen. Die Kosten steigen jedes Jahr, insbesondere für Sicherheit während der Züge.

„Das ist ein wichtiger Teil unserer Identität in dieser Stadt“

Hier wird etwas verschwinden, das man mit kleinen Hilfsbeträgen, gemessen an anderen städtischen Zuschüssen, am Leben erhalten könnte. Das wird uns später bitter fehlen. Wir sollten, was wir uns noch leisten können, echt einmal etwas gerechter verteilen.

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