Ruf nach Stauffenberg und „an die Wand“

Kabarettist irritiert mit Gewaltaufruf gegen Merz und Merkel

15.07.2026 – 12:25 UhrLesedauer: 2 Min.

Uwe Heinz Steimle (Archivbild): Der ehemalige „tatort“-Darsteller macht jetzt Wahlkampf für die AfD. (Quelle: Andreas Weihs via www.imago-images.de)

Ein Wahlkampfabend der AfD in Sachsen-Anhalt sorgt für Wirbel. Chrupalla und Siegmund singen die DDR-Hymne. Darsteller Uwe Steimle sinniert über Gewalt gegen Unions-Politiker.

Kabarettist Uwe Steimle hat bei einer Wahlkampf-Veranstaltung der AfD in Sachsen-Anhalt indirekt ein Attentat auf Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ins Spiel gebracht. In Dessau-Roßlau sagte Steimle mit Blick auf Merz‘ Unterstützung für die Ukraine: „“Mittlerweile frage ich mich manchmal: Wo ist eigentlich Stauffenberg, wenn man ihn mal wirklich braucht?“. Zuerst hatte die „Mitteldeutsche Zeitung“ über die Entgleisung berichtet.

Zur Erinnerung: Claus Graf Schenk von Stauffenberg gehörte zu einer Gruppe von Verschwörern, die am 20. Juli 1944 einen Anschlag auf Adolf Hitler durchführte. Das Attentat misslang. Stauffenberg und seine engsten Vertrauten wurden hingerichtet.

Die Bundesrepublik tat sich lange Zeit schwer mit Stauffenbergs Erbe. „Es gibt den Gegenentwurf zur Nazi-Diktatur. Es gibt das andere, das bessere Deutschland – freiheitlich, demokratisch, rechtsstaatlich. Es ist das Deutschland unseres Grundgesetzes“, formulierte der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in einer Gedenkstunde zum 80. Jahrestags des Anschlags vor zwei Jahren in Berlin.

Makabre Auslassung auch über Angela Merkel

Steimle, ehemaliger Kommissar-Darsteller in der ARD-Serie „tatort“, hatte sich vor seiner Äußerung zu Merz über die frühere Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ausgelassen. Er enthüllte ein Porträt der Alt-Kanzlerin und fragte, warum sie sich im Stehen habe malen lassen. Seine Antwort: „Weil sie ahnte, sie wird bald sitzen.“ Er ergänzte dann, das Bild hänge im Moment – und wenn alle Stränge reißen oder der Nagel bricht, „stellen wir sie an die Wand.“

Die „Mitteldeutsche Zeitung“ spricht von „Gewaltfantasien“, doch die Bedrohung ist real. So war vor sieben Jahren der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke (CDU) auf der Terrasse seines Hauses von einem Rechtsextremisten ermordet worden.

Die Wahlveranstaltung in Dessau-Roßlau hatte schon zuvor für Aufsehen gesorgt. AfD-Chef Tino Chrupalla und der AfD-Frontmann für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt Ullrich Siegmund ernteten heftige Kritik, nachdem sie auf offener Bühne die DDR-Nationalhymne „Auferstanden aus Ruinen“ angestimmt hatten.

In Sachsen-Anhalt wird im September ein neuer Landtag gewählt.

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