Iran-Krieg treibt die Preise

Experten schließen Zinserhöhung im Juni nicht aus

Von reuters, t-online, llb

30.05.2026 – 12:47 UhrLesedauer: 3 Min.

Donald Trump (r.) mit Kevin Warsh: Trump hatte sich lange für das Ende von Warshs Vorgänger eingesetzt. (Quelle: Jonathan Ernst)

Eigentlich standen Zinssenkungen auf der Agenda. Doch der Krieg im Nahen Osten könnte die Pläne von Fed und EZB grundlegend verändern.

Mehrere Vertreter der US-Notenbank Fed haben am Freitag weitere Zinserhöhungen ins Spiel gebracht. Ein solcher Schritt könnte notwendig werden, falls der Iran-Krieg zu einem anhaltenden Anstieg der ohnehin hohen Inflation führt.

An den Finanzmärkten wächst bereits die Erwartung, dass die Fed ihren Leitzins von derzeit 3,50 bis 3,75 Prozent bis zum Jahresende anheben wird. Der Leitzins ist der wichtigste Zinssatz einer Notenbank. Über ihn beeinflusst sie die Kosten für Kredite und damit auch die wirtschaftliche Entwicklung sowie die Inflation.

Fed warnt vor neuem Inflationsschub

Vor Beginn des von den USA und Israel begonnenen Krieges hatten die Notenbanker noch über Zinssenkungen nachgedacht. Der Konflikt führte jedoch zu erheblichen Störungen der Lieferketten und ließ die Energiepreise steigen. Das erschwert den Kampf gegen die Inflation. Müssen Fed und Europäische Zentralbank deshalb schon bald wieder an der Zinsschraube drehen?

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Selbst die als eher geldpolitisch locker geltende Fed-Vizechefin für Bankenaufsicht, Michelle Bowman, schließt eine Straffung der Geldpolitik inzwischen nicht mehr aus. Es sei noch zu früh, um die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Konflikts abschließend zu bewerten, sagte sie auf einer Konferenz in Island. Sollten die Störungen jedoch bis weit in die zweite Jahreshälfte andauern, könnten sie die Inflation deutlich stärker antreiben. In diesem Fall würde sie ihre Einschätzung der Risiken überdenken.

Auch der Präsident der Fed von Minneapolis, Neel Kashkari, sieht die Entwicklung aufmerksam. Zwar sei es für sofortige Zinserhöhungen noch zu früh. Er beobachte jedoch verstärkt die Gefahr, dass die Inflation weiter steigt und sich die Inflationserwartungen verfestigen könnten.

Die Notenbankerinnen Anna Paulson und Mary Daly betonten zugleich, dass die Geldpolitik derzeit gut aufgestellt sei. Es gebe keine Eile für Anpassungen, sagte Daly in einem Fernsehinterview. Ob die Fed ihre Zinsen anhebt, hänge auch davon ab, wann der Krieg tatsächlich endet. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass sich ihre Einschätzung ändern könne. Sollten die Ölpreise wegen eines anhaltenden Konflikts erneut steigen, würde sie die Lage anders bewerten.

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