
Leibniz-Preisträger
Star-Theologe wechselt an die LMU
28.01.2026 – 17:34 UhrLesedauer: 1 Min.
Michael Seewald gehört zu den profiliertesten Theologen seiner Generation – nun zieht es ihn an die Isar zurück.
Der Theologe und Leibniz-Preisträger Michael Seewald übernimmt zum Sommersemester 2026 eine Professur für Dogmatik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Damit kehrt der 1987 in Saarbrücken geborene Wissenschaftler an die Universität zurück, an der er sich 2015 habilitierte und bereits seine Promotion abgeschlossen hatte.
Seewald forscht unter anderem zur Entwicklung kirchlicher Lehren und Reformprozessen in der katholischen Kirche. Für seine Arbeit wurde er 2025 mit dem renommierten und mit 2,5 Millionen Euro dotierten Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis ausgezeichnet – der wichtigsten wissenschaftlichen Auszeichnung in Deutschland. Die Präsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Katja Becker, habe ihn bei der Preisverleihung für seine „virtuose Innovationskraft“ gelobt und seine Forschung als „bahnbrechend“ gewürdigt.
Seine akademische Karriere führte ihn nach Stationen in Tübingen, Pune (Indien) und Frankfurt am Main 2016 an die Universität Münster. Dort wurde er mit 29 Jahren einer der jüngsten Professoren für Geisteswissenschaften bundesweit. Seit 2017 gehört er zum Exzellenzcluster „Religion und Politik“, dessen Sprecher er inzwischen ist. Weitere Mitgliedschaften verbinden ihn unter anderem mit der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und dem Wissenschaftskolleg zu Berlin.
„Ich freue mich, gemeinsam mit den Studierenden über Fragen des christlichen Glaubens, seiner Entwicklung und seiner Gegenwartsbedeutung nachzudenken“, sagt Seewald laut einer Mitteilung der LMU. Die LMU biete, so Seewald weiter, ein „exzellentes Forschungsumfeld“, in das er sich hoch motiviert einbringen werde.
Sein Buch „Dogma im Wandel“ gilt als Standardwerk der Dogmengeschichte, seine Werke wurden bislang in zehn Sprachen übersetzt.