Wieder Ruhe in den Gassen

Südtirol: Urlaubsort macht für Verkehr dicht

27.06.2026 – 13:29 UhrLesedauer: 2 Min.

Glurns ist die kleinste Stadt Südtirols: Innerhalb ihrer Stadtmauern soll der motorisierte Verkehr für die Sommermonate fast zum Erliegen kommen. (Quelle: xxbrchxx via imago-images.de)

Glurns hat nur 930 Einwohner, zieht aber jährlich ein Vielfaches an Gästen an. Sie sollen wieder in Frieden und Sicherheit durch die Gässchen der 860 Jahre alten Stadt streifen können.

Die kleinste Stadt Südtirols zieht Konsequenzen aus der hohen Verkehrsbelastung in den Sommermonaten. Die historische Altstadt von Glurns im Vinschgau wird für zwei Monate weitgehend für den Durchgangsverkehr gesperrt. Das berichtet das Nachrichtenportal „Südtirol News“.

Die Regelung wird den Angaben zufolge vom 6. Juli bis einschließlich 31. August 2026 rund um die Uhr gelten. In diesem Zeitraum sei eine Durchfahrt durch die Altstadt für den reinen Transitverkehr nicht mehr möglich.

Hintergrund ist die starke Belastung während der Hauptsaison. Nach Angaben der Gemeinde fahren an Spitzentagen mehrere Tausend Fahrzeuge durch die historischen Gassen innerhalb der Stadtmauern. Für viele Bewohner sei die Situation inzwischen „kaum mehr tragbar“, heißt es laut „Südtirol News“ aus dem Rathaus.

Vollständig gesperrt wird die Altstadt allerdings nicht. Ausnahmen gelten unter anderem für Anrainer mit Wohnsitz in Glurns, Inhaber von Parkvignetten, landwirtschaftliche Fahrzeuge, Linienbusse sowie Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten. Auch Menschen mit Behinderung, Beherbergungsgäste mit Buchungsnachweis sowie Fahrzeuge mit Sondergenehmigung dürfen weiterhin passieren. Zudem bleiben Ladetätigkeiten in einem begrenzten Zeitfenster am Morgen möglich.

Pfarrkirche St. Pankraz in Glurns (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Christian Handl)

Wissenswert

In der mittelalterlichen Kleinstadt Glurns im Vinschgau (Südtirol) werden jährlich etwa 75.000 bis 80.000 Übernachtungen verzeichnet. Dies macht rund 14,5 Prozent der touristischen Nächtigungen in der Region Obervinschgau aus.

Mit der Verkehrsberuhigung verfolgt die Gemeinde mehrere Ziele: Die Belastung durch Lärm und Abgase soll sinken, zugleich soll die Altstadt für Fußgänger und Radfahrer sicherer werden, so dass Einheimische und Touristen die verwinkelte alte Stadt wieder entspannt genießen können.

Die Sperre ist zunächst auf den Sommer befristet. Während der Testphase will die Stadtverwaltung beobachten, wie sich das Durchfahrtsverbot auf Verkehr, Wirtschaft und Wohnqualität auswirkt.

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