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Sprit an der Tanke gepanscht? Das sagen Experten zu den Gerüchten
Aktualisiert am 17.04.2026 – 08:27 UhrLesedauer: 3 Min.
Auf TikTok werden derzeit Nutzer mit Gerüchten über angeblich gestrecktes Benzin an den Zapfsäulen verunsichert. Doch Experten widersprechen und erklären, warum die Kraftstoffe sicher sind.
Die hohen Spritpreise in Deutschland führen bei vielen Autofahrern zu Unmut. In sozialen Netzwerken gehen manche – teils reichweitenstarke – Accounts noch weiter: Dort wird sogar behauptet, an Tankstellen gebe es nur minderwertigen Kraftstoff zu kaufen.
Behauptung
Benzin und Diesel würden derzeit gestreckt. Das führe zu geringerer Reichweite und könne sogar Schäden an Fahrzeugen verursachen. Tausende hätten deshalb ihre Autos in Werkstätten bringen müssen.
Bewertung
Falsch, sagen nicht nur Tankstellen, sondern auch Experten. Für diese Behauptungen gibt es ihnen zufolge keine Belege.
Fakten
„Wir haben keine Fälle vorliegen, bei denen es den Verdacht gibt, dass Kraftstoff gestreckt wurde“, teilt der ADAC auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Der Verein vertritt rund 22 Millionen Mitglieder.
Auch dem Bundesverband Freier Tankstellen und Unabhängiger Deutscher Mineralölhändler (bft), dem nach eigenen Angaben mehr als 2.800 Tankstellen in Deutschland angehören, „liegen aktuell keinerlei Erkenntnisse über gestreckte Kraftstoffe an deutschen Tankstellen vor“, wie Hauptgeschäftsführer Daniel Kaddik mitteilt. „Ebenso gibt es keine Hinweise auf eine Häufung von Fahrzeugschäden, die auf minderwertige Kraftstoffe zurückzuführen wären.“
Influencer zielen auf Gefühle statt Fakten
Mehrere Influencer mit teils Zehntausenden Followern auf TikTok oder YouTube haben in den vergangenen Wochen Videos veröffentlicht, in denen die Qualität der Kraftstoffe zumindest in Zweifel gezogen wird. Es fallen Aussagen wie: „Ich habe das Gefühl, dass Diesel gestreckt wird.“ Oder: „Was tun die ins Benzin rein?“ In Kommentaren unter den Posts ist von vermeintlich gepanschten Kraftstoffen die Rede. Bei manch einem Nutzer soll ein voller Tank angeblich nur noch für ein Drittel der Strecke reichen.
Kraftstoffe werden regelmäßig kontrolliert
Die Kontrolle von Kraftstoffen ist in Deutschland Aufgabe der Bundesländer. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen etwa liegt die fachliche Aufsicht beim Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr.
Dort werden jährlich rund 200 Kraftstoffproben an öffentlich zugänglichen Tankstellen entnommen, wie das Ministerium der dpa mitteilt. „Bei den bisher ausgewerteten Proben in diesem Jahr liegen uns keine Hinweise auf Manipulationen vor“, erklärt ein Sprecher.
Die Proben werden demnach von den unteren Immissionsschutzbehörden der Kreise und kreisfreien Städte genommen und anschließend in einem spezialisierten Labor analysiert. Untersucht werden dabei zahlreiche Parameter: beim Ottokraftstoff 29, beim Dieselkraftstoff 19.
Auch in Bayern wurden bei der jüngsten Kontrollkampagne im Februar keine Auffälligkeiten bei den Kraftstoffproben festgestellt, wie das zuständige Landesamt für Umwelt der dpa mitteilt.
In Brandenburg liegen weder dem für die Kontrollen zuständigen Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) noch dem übergeordneten Umweltministerium Erkenntnisse oder Meldungen über angeblich gestreckten Sprit vor, wie ein Ministeriumssprecher angibt. „Uns sind auch keine Beschwerden bekannt.“ Kraftstoffproben wurden dort in den vergangenen Tagen keine entnommen.
