Spottgedicht über Baerbock und Habeck provoziert Ärger

„Mit Hochglanzschminke um die Welt“

Spottgedicht über Baerbock und Habeck im Außenamt veröffentlicht


13.01.2026 – 14:59 UhrLesedauer: 4 Min.

Annalena Baerbock und Robert Habeck: Die beiden waren immer wieder Ziel von Kritik. (Quelle: Fabian Sommer/dpa/dpa-bilder)

Im Mitarbeitermagazin des Auswärtigen Amtes löst ein satirisches Gedicht mutmaßlich über Baerbock und Habeck Aufsehen aus. Die spöttischen Verse wurden mittlerweile entfernt.

Im Mitarbeitermagazin „internAA“, das sich an die Bediensteten des Auswärtigen Amtes richtet, ist ein Spottgedicht mutmaßlich über Annalena Baerbock und Robert Habeck (beide Grüne) veröffentlicht worden. Das Gedicht liegt t-online vollständig vor. Mittlerweile wurde es in der digitalen Fassung des Magazins (Heft 1/26) zensiert, das Außenamt beschwichtigt derweil.

Zuvor hatte die „Bild“ über das Gedicht berichtet. In dem lyrischen Werk, das mit „Ken & Barbie“ überschrieben ist, sind satirische Anspielungen auf die ehemalige Außenministerin und den früheren Wirtschaftsminister und Vizekanzler enthalten. Allerdings werden Baerbock und Habeck nicht explizit genannt.

Aus den ersten Zeilen des zehnstrophigen Gedichts kann aber eine Anspielung auf Habeck herausgelesen werden. Es heißt: „Heizung aus, Pullover an, selbst gestrickt, von Mann zu Mann.“ Habeck war insbesondere für die Kommunikation rund um das Heizungsgesetz heftig kritisiert worden.

Intern im Auswärtigen Amt galt Baerbock eigentlich weitestgehend als beliebte Außenministerin. Deshalb löste das Gedicht, das sich gegen die ehemaligen Grünen-Minister richtete, intern im Ministerium auch Irritationen aus.

Die zweite Strophe bezieht sich dann offenbar auf Baerbock: „Die Außenwelten,
feministisch gedacht, die Welt zu retten, doch nicht jeder, hat gelacht.“

Baerbock verfolgte als Außenministerin eine feministische Außenpolitik, wie sie zu Amtsbeginn mitteilte. Damit ist gemeint, dass die Gleichberechtigung der Frau auch in der Außenpolitik Niederschlag finden soll. Für diese Politik wurde Baerbock bereits während ihrer Amtszeit oft von politischen Gegnern geschmäht und teils scharf kritisiert.

In dem Spottgedicht in dem Magazin heißt es in Bezug auf Baerbock weiter: „Mit Hochglanzschminke um die Welt, das Haar, immer perfekt gewellt. Hochglanzreden, ohne Geschick, hatte die Menschen, nicht mehr im Blick.“

Baerbock wurde während ihrer Amtszeit auch dafür kritisiert, sehr viel für eine Visagistin ausgegeben zu haben. Nach Angaben des Ministeriums beliefen sich die Kosten der Begleitung von Baerbock durch eine Maskenbildnerin zu Bild- und Fernsehterminen im In- und Ausland im Jahr 2022 auf 136.500 Euro. Baerbock rechtfertigte sich damals unter Verweis auf starkes Scheinwerferlicht bei TV-Auftritten.

„Ansonsten sieht man aus wie ein Totengräber, weil man total grau ist“, sagte Baerbock bei einem Talk von Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), NDR und „Hannoverscher Allgemeinen Zeitung“ im Juni 2024. Bei ihren vielen Reisen gebe es nicht die Zeit, jedes Mal vor Ort eine Maskenbildnerin zu suchen, ganz besonders gelte das im Ausland. „Deswegen ist es gang und gäbe – im Übrigen nicht nur bei mir, aber bei Frauen wird es dann immer gerne thematisiert, und auch im Kanzleramt und auch bei den anderen Herren – dass man entsprechend dann Maskenbildner hat“, sagte sie damals weiter.

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