Fall Collien Fernandes

Sportmoderatorin kritisiert Fußballbranche


22.03.2026 – 09:46 UhrLesedauer: 3 Min.

Lena Cassel: Sie spielte einst selbst aktiv Fußball. (Quelle: IMAGO/Maik Hölter/TEAM2sportphoto)

Lena Cassel ist bekannt für kritische Worte – gerade, wenn es um Fußball geht. Dabei ist die Moderatorin ein Teil dieses Geschäfts.

Nun hat der Fall der Schauspielerin Collien Fernandes auch die Fußballbranche erreicht. Fernandes hatte zuletzt schwere Vorwürfe gegen Ex-Mann Christian Ulmen erhoben. Demzufolge soll Ulmen unter anderem über Jahre hinweg digital gefälschtes sexuelles Bildmaterial von ihr im Netz verbreitet haben.

Nachdem sich schon prominente Stimmen aus allen Teilen der Gesellschaft zu Wort gemeldet hatten, äußerte sich jetzt auch TV-Moderatorin Lena Cassel, die unter anderem für Amazon Prime und Dazn tätig ist, via Instagram klar zu Wort – und nimmt sich das Fußballgeschäft zur Brust.

Cassel schreibt: „Der Fall von Collien Fernandes zeigt einmal mehr, wie wenig sicher sich Frauen in Bezug auf Männer fühlen können. Je mehr Männer, desto unsicherer der Ort.“ Und weiter: „Gerade der Fußball ist in unserer Gesellschaft ein Raum, der wie kaum ein anderer männlich geprägt ist und genau da liegt die Chance für Veränderung im Kleinen und Großen. Es geht um Aufklärung, Sensibilisierung und darum, Strukturen, in denen sich Frauen nach wie vor nicht sicher fühlen, zu verändern.“

Nun der Fall Collien Fernandes – und Cassel wird deutlich: „Wo sind eigentlich alle Männer aus der Fußball-Bubble, die mit ihrer Reichweite und Macht ihre sehr männliche und damit passende Zielgruppe adressieren könnten? Man könnte sich positionieren, man könnte sich solidarisieren, man könnte sensibilisieren oder auch informieren.“

Und dann schiebt sie nach: „Stattdessen diese laute, unerträgliche Stille. Aber was erwarte ich von einem System, das Menschen wie Boateng oder Ribéry und Co. schützt. An Tagen wie diesen könnte ich mich nicht fremder in einer Branche fühlen.“ Hintergrund ihrer Aussagen: Jérôme Boateng stand wegen Körperverletzung an seiner früheren Freundin Kasia Lenhardt vor Gericht. Franck Ribéry soll im Jahr 2009 mit einer damals 17-Jährigen Geschlechtsverkehr gehabt haben. Der ehemalige Bayern-Star soll nicht gewusst haben, dass sie minderjährig war.

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