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Samstag, Juli 2, 2022

Lautes Schweigen: Bundesliga gratuliert Leipzig nicht

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Werder und Union spenden Freiburg Trost

Nach dem Abpfiff waren es die Freiburger, die Nachrichten von anderen Clubs bekamen: Werder Bremen und Union Berlin spendeten Trost, ohne Leipzig zu erwähnen. “Kopf hoch”, twitterte Werder. “Ihr habt eine tolle Pokalsaison gespielt und das sind Bilder, die man sich für Geld nicht kaufen kann.” Die “Eisernen” aus Berlin schrieben den Breisgauern: “Ihr hättet es verdient gehabt. Lasst euch dennoch feiern, diese historische Pokalreise kann euch keiner nehmen!”

Ähnlich wie der VfL Bochum machte es der HSV: Kurz nach Abpfiff schickten die Hamburger postwendend Glückwünsche raus – Glückwünsche “an den besten Torschützen der diesjährigen DFB-Pokal-Saison.” Bobby Glatzel, ein HSV-Spieler mit fünf erzielten Treffern. Kein Wort zum Pokalfinale.

Kahn und Hoffenheim gratulieren

Der FC Bayern war auf Twitter still, allerdings gratulierte Vorstandschef Oliver Kahn Richtung Sachsen. Er schrieb “Gratulation aus München an @RBLeipzig zum DFB-Pokal-Sieg und zum ersten großen Titel. Wir sehen uns im Supercup! MiaSanMia WeiterImmerWeiter.” Darunter brach eine Diskussion aus, ob der Tweet unangebracht ist. Kritik an Kahn überwog.

Der einzige Verein, der am Samstag vorbehaltlos Leipzigs Erfolg würdigte, war die TSG Hoffenheim, die durch die Mittel von Milliardär Dietmar Hopp in die Bundesliga gekommen ist: Nach der Botschaft “Glückwunsch zum DFBPokal-Sieg, Domenico Tedesco & RBLeipzig” forderten aber auch Hoffenheim-Fans in Kommentaren vom Verein, die Botschaft zu löschen.

Hoffenheim ist seit dem Aufstieg der Leipziger in die 1. Bundesliga nicht mehr Hauptzielscheibe von Hass. Noch unbeliebter als Dietmar Hopps Projekt ist Dietrich Mateschitz’ Konstrukt. Dazu muss man wissen: Der milliardenschwere österreichische Besitzer von Red Bull hat vor 13 Jahren in Leipzig den Verein initiert, bei der ausschließlich Red Bull-Getreue das Sagen haben und Vereinsmitglied werden durften. Die Lizenz eines Leipziger Vorort-Vereins war Sprungbrett und Notlösung: Zunächst hatte der Getränkekonzern beim FC St. Pauli und bei Fortuna Düsseldorf angeklopft und sich deutliche Abfuhren geholt.

Auch in Leipzig durfte das Team nicht “Red Bull” heißen, also bekam das Gebilde den sonderbaren Namen “RasenBallsport”, abgekürzt RB. 100 Brause-Millionen, die mal als Darlehen gedacht waren und den Durchmarsch aus den Fußballniederungen erkauft haben, hat die Leipziger GmbH zwischenzeitlich in Eigenkapital umwandeln dürfen.

Der Drittligist VfL Osnabrück griff das sogar in einem offenen Brief zum Finale auf: Bei RasenBallsport habe anders als bei den anderen Vereinen “nicht die Förderung des Miteinanders und des Sports im Fokus [gestanden], war nicht Gemeinnützigkeit Gründungsgedanke und waren nicht die Werte des Sports Pate für die Entwicklung.” Dort sei es um die Förderung der Marke ‘Red Bull’ und der Werte der Marke ‘Red Bull'” gegangen, heißt es dort. “Der Fußball war Instrument und Mittel, statt umgekehrt externe Geldgeber Mittel zur Entwicklung des Fußballklubs.”

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